Hirn "booten" hilft

Forschern gelingt im Tierversuch Tinnitus-Heilung

Wissen
13.01.2011 15:56
Hörsturz-Patienten können neue Hoffnung schöpfen: Wissenschaftlern ist es in Tierversuchen gelungen, den Tinnitus im Ohr auszuschalten. Die Forscher der Universität von Texas gehen davon aus, dass das Gehirn sich an Hörschäden anzupassen versucht und dadurch das Nervensystem durcheinanderbringt, wie sie in ihrer Studie erklären.

Sie versuchten, das Gehirn der Versuchstiere wie einen Computer neu zu "booten" (hochzufahren), indem sie einen bestimmten Nerv stimulierten und den Ratten hochfrequente Töne ins Ohr spielten. Nach dieser Therapie war der vorherige Dauerton bei den Tieren für bis zu dreieinhalb Monate weg, während eine unbehandelte Vergleichsgruppe von Nagern immer noch ein Pfeifen im Ohr hatte, wie die Forscher in der jetzt im Fachblatt "Nature" veröffentlichten Untersuchung nachwiesen.

"Wir führen das Gehirn aus einem Zustand, in dem es einen Tinnitus auslöst, in einen Zustand zurück, der keinen Tinnitus verursacht", erklärte der Autor der Studie, Navzer Engineer. "Wir bringen die Quelle des Tinnitus zum Versiegen." In den kommenden Monaten sollen nun klinische Versuche am Menschen beginnen.

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