Oytun Akman arbeitet mit Kollegen der Technischen Universität Delft an der Neuentwicklung, die die Polizeiarbeit erleichtern und gleichzeitig präzisieren soll. Schließlich könnte so ein Polizist sofort einen Tatort betreten, statt auf die Spurensicherung warten zu müssen. Zudem entsteht ein exaktes Abbild der Szenerie inklusive aller möglichen Beweise, berichtet "New Scientist" .
Nötig ist dafür, dass der Polizist zum Träger des Systems wird - bestehend aus Brille, Kameras und Rucksack samt Laptop zur Datenverarbeitung. Der Träger sieht über die Brille nicht nur die Umgebung, sondern kann auch zusätzliche Informationen darin einbetten - Augmented Reality genannt. Über seiner linken Hand wird ein Menü eingeblendet, das er mittels Gestensteuerung benützt. So kann er etwa Objekte, die ihm interssant erscheinen, virtuell markieren.
Hat er Schwierigkeiten, können die Beamten der Spurensicherung während der Tatortbesichtigung Hinweise geben. Einerseits ist dies über ein integriertes Headset möglich, aber auch, indem die Forensiker möglicherweise interessante Objekte und Orte auf ihrem PC grafisch hervorheben. Der Polizist vor Ort bekommt diese Informationen zeitgleich von seiner Brille angezeigt.
Die Markierungen werden vom System innerhalb des virtuellen Raums gespeichert, sodass ein genaues und mit dem PC einfach auswertbares 3D- Modell des Tatorts entsteht. Jeder Blutfleck, jeder Glassplitter ist damit millimetergenau zuzuordnen.
Akman will das System in Kürze mithilfe der niederländischen Polizei an einem echten Tatort testen. Die Forscher haben es bereits bei nachgebauten Umgebungen ausprobiert, berichtete er gegenüber "New Scientist". Dabei hätten sich die Träger des Systems zwar zuerst unwohl und beobachtet gefühlt, "doch dann haben sie sich daran gewöhnt und die Idee gemocht".