Klimakiller IT

Server schädigen das Klima wie Geländewagen

Elektronik
06.12.2007 15:24
Die IT- und Kommunikations-Branche ist schon jetzt für ebenso viel CO2-Ausstoß verantwortlich wie die Luftfahrtindustrie, wächst aber deutlich schneller. Die britische Umweltorganisation Global Action Plan hat jetzt in ihrer Studie "An Inefficient Truth" errechnet, dass ein Server so viel CO2-­­Emission erzeugt wie ein großer Geländewagen. Die meisten IT-Verantwortlichen sind sich der Umweltbelastung ihrer Betriebe aber gar nicht bewusst, bemängeln die Umweltschützer neben der hochgradigen Ineffizienz vieler Serverstrukturen.

Einen direkten CO2-Ausstoß wie Fahr- oder Flugzeuge haben Computer zwar in der Regel nicht. Doch sie haben einen so genannte „Carbon Footprint“, eine Auskoppelung aus dem allgemeinen ökologischen Fußabdruck. „Korrekt umgesetzt ist der ‚Carbon Footprint’ der Fußabdruck in Zusammenhang mit Energieverbrauch nicht nur im Betrieb, sondern auch in der Herstellung und Entsorgung“, erklärt Wolfgang Pekny, Geschäftsführer der österreichischen Umwelt-Plattform Footprint. 

Die Studie von Global Action Plan bezieht sich auf einen jährlichen Carbon Footprint. Die zusammengetragenen Ergebnisse verschiedener Wissenschaftler sind alarmierend: Mit über einer Milliarde Computern weltweit ist die IT- und Kommunikations-Branche für rund zwei Prozent der globalen CO2-Emissionen verantwortlich. Das entspricht in etwa dem Anteil der Luftfahrtindustrie, die vom Informationssektor durch stärkeres Wachstum aber bald als Umweltsünder überflügelt werden könnte. Prägnant ist auch der Vergleich eines mittelgroßen Servers, der den gleichen „Carbon Footprint“ wie ein großer SUV mit einem Verbrauch von annähernd 20 Liter pro 100 Kilometer hat. Das liegt auch daran, dass Server ebensoviel Energie für Kühlung wie für den Betrieb verbrauchen. „Serveranlagen sollten in dieser Hinsicht effizienter gekühlt werden“, meint dazu Pekny. 

In einer Befragung der IT-Verantwortlichen 120 britischer Unternehmen hat Global Action Plan auch festgestellt, dass diese den genauen Einfluss ihrer Unternehmen auf die Umwelt meist nicht kennen. Nicht einmal die Hälfte kennt die Energierechnungen ihrer Unternehmen, nur knapp ein Drittel der IKT-Abteilungen bezahlt diese zumindest anteilig. Den genauen „Carbon Footprint“ ihrer Abteilung kennen gar 86 Prozent nicht. Immerhin glaubt mehr als die Hälfte der Befragten, dass der Umwelteinfluss der IKT-Branche signifikant ist und dass Umwelt-Überlegungen zukünftige Käufe beeinflussen werden. 

Pekny gibt abschließend zu bedenken, dass beim Vergleich von IKT und Fahrzeugen eines nicht außer acht gelassen werden sollte. Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren werden immer direkte CO2-Emissionen verursachen: „Dagegen ist der 'Carbon Footprint' von elektrischen Anlagen theoretisch stark zu reduzieren, wenn sie mit Strom aus Alternativenergiequellen betrieben werden.“ (pte)

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Elektronik
06.12.2007 15:24
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung