"Es ist eine schockierende Tatsache für uns, dass es für ein Unternehmen möglich ist, null Punkte zu erreichen", sagt Zeina Alhajj, Toxikologin bei Greenpeace. Allerdings liefere Nintendo überhaupt keine Daten zu verwendeten Chemikalien oder Informationen zu Produktrücknahmeprogrammen für Kunden.
Nur wenig besser als Nintendo schlugen sich die Konzerne Microsoft, Philips und Sharp. "Es ist jedoch gut zu sehen, dass Unternehmen wie Sharp und Microsoft zumindest einen Zeitplan dafür haben, Materialien wie PVC und bromierte Flammschutzmittel aus ihrer gesamten Produktion zu nehmen", meint Iza Kruszewska, Leiterin der internationalen Greenpeace-Kampagne.
Sony Ericsson löst Nokia ab
Einen Wechsel gibt es im aktuellen Greenpeace-Report an der Spitze: Handyhersteller Nokia wurde von Konkurrent Sony Ericsson abgelöst. Grund hierfür waren Strafpunkte, die von den Toxikologen an Nokia aber auch an Motorola vergeben wurden. Die Umweltschutzorganisation testete die Produktrücknahmeprogramme der Unternehmen in sechs Ländern, wo diese laut Homepage angeboten werden.
Grünere Notebooks von Toshiba
"Die Nokia-Niederlassungen auf den Philippinen sowie in Thailand, Argentinien, Russland und Indien waren nicht über die angegebenen Programme informiert", berichtet Alhajj. Das Motorola-Personal war in Thailand, Indien und auf den Philippinen ebenfalls nicht in der Lage, Angaben über entsprechende Sammelstellen zu machen. Nokia stürzte auf Rang neun ab, Motorola landete auf Platz vierzehn. "Sehr positiv hat sich Toshiba entwickelt. Das Unternehmen hat einige Chemikalien aus seinen Produkten eliminiert. Man kann sagen, dass deren Laptops nun um einiges grüner sind", lobt Alhajj den Elektronikkonzern.
"Versprechen alleine werden nicht mehr ausreichen"
In das Greenpeace-Ranking fließen neben dem tatsächlichen Verzicht auf giftige Materialien auch Programme mit ein, die zu einer sauberen Produktion führen sollen. So haben Apple, Pansonic, Samsung, Sharp und Sony mittlerweile versichert, PVC und bromierte Flammschutzmittel aus ihrer Produktion verbannt zu haben. "Versprechen alleine werden künftig jedoch nicht mehr ausreichen, eine Topplatzierung zu halten", sagt Alhajj.
Unternehmen, die eine Führungsposition im verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt einnehmen wollen, müssen ihre Produkte ohne Verwendung schädlicher Chemikalien fertigen. Zudem müssen sie Programme anbieten, in deren Rahmen alte Geräte zurückgenommen und entsprechende entsorgt werden, so die Greenpeace-Forderung. (pte)
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