Hilfe, Angriff!

Was tun gegen Mobbing?

Wirtschaft
17.07.2009 15:52
Ein scharfes Wort hier, ein paar Sticheleien dort – das kann schon einmal vorkommen. Geschieht dies jedoch über einen längeren Zeitraum und richten sich die Aktionen gezielt gegen einen oder einige wenige Menschen, dann spricht man von Mobbing. Und das hat auf Dauer negative Auswirkungen auf die körperliche und seelische Gesundheit. krone.at erklärt, wiie du gegen Mobbing vorgehen kannst.

1. Vorsehen ist besser als Nachsehen 
Oft werden aus anfangs kleinen Sticheleien erst mit der Zeit richtige Mobbing-Attacken. Wenn daher gestichelt wird, ist es besser, du setzt klare Grenzen und wehrst dich gleich von Anfang an. Denn wenn du deine Position stärkst, und mit Selbstbewusstsein auftrittst, haben Mobber kaum mehr Anreize, um dir das Leben schwer zu machen. Auch eventuell auftretende Missverständnisse solltest du immer gleich beseitigen. 

2. Von sich selbst auf andere schließen
Du solltest dein Umfeld genauso behandeln, wie du selbst es dir wünschst. Beteilige dich daher niemals an Hetzkampagnen gegen andere, oder mache bei gegenseitigen, bösartigen Sticheleien mit. Das Blatt kann sich schnell gegen dich wenden. 

3. Das Mobbing-Tagebuch
Bist du selbst Opfer von Mobbing, oder wird ein Kollege von dir gemobbt, dann solltest du alle Vorfälle genau dokumentieren. Am besten schriftlich, mit Datum, Uhrzeit, Ort, Zeugen und gegebenenfalls auch mit Bild. Damit kann man später nachvollziehen, welche Ereignisse abgelaufen sind, und wie sich deine Situation entwickelt hat. 

4. Beschwerde
Wenn die Situation offensichtlich und unerträglich wird, solltest du dein Recht nutzen, dich zu beschweren. Dein Ansprechpartner kann entweder dein Vorgesetzter, die Personalabteilung oder der Betriebsrat sein. Wichtig dabei ist es, dass du dir einen Termin mit dieser Person ausmachst, und dich gut auf das Gespräch vorbereitest. Deine Dokumentation der Vorfälle darf nicht fehlen. Du solltest jedoch darauf achten, keine aggressiven Anschuldigungen loszuwerden. Besser ist es, mit Ich-Botschaften zu argumentieren: Beschreibe einfach, wie es aus deiner Sicht zu der momentanen Situation gekommen ist, und wie du dich dabei fühlst, und was man tun kann, um den Konflikt zu lösen. 

5. Die Folgen erklären
Oftmals äußert sich Mobbing in körperlichen oder seelischen Erkrankungen. Es ist wichtig, dass dein Vorgesetzter davon erfährt, wie schlecht es dir geht, und worin sich der ständige Druck äußert. Schließlich wird dadurch deine Arbeitskraft und Leistungsfähigkeit beeinträchtigt.

6. Erneute Beschwerde
Meist ist ein Gespräch alleine noch nicht ausreichend, dass die Verantwortlichen den Ernst der Lage erkennen. Vielfach sind zwei oder drei Gespräche notwendig. Du solltest bei jedem Gespräch genau aufzeigen, wie sich deine Situation verschlechtert hat, und wenn vorhanden auch Zeugen mitnehmen, die deine Aussagen bestätigen können. Du solltest auch betonen, wie sich das Mobbing auf die Produktivität deiner Abteilung auswirkt – das sind Argumente, denen sich kaum ein Vorgesetzter oder Personalverantwortlicher verschließen kann.

7. Schau auf dich
Du solltest auf jeden Fall darauf achten, dir Hilfe zu organisieren. Du kannst mit deinem Hausarzt sprechen, mit deinen Freunden und Bekannten oder du besuchst eine Selbsthilfegruppe. Darüber zu sprechen, erleichtert deine Situation. 

8. Den Schlussstrich ziehen
Wenn alle Gespräche nichts nützen, dann solltest du für dich die Konsequenzen ziehen und dir einen neuen Arbeitsplatz suchen. Denn langfristig wird deine Gesundheit und damit deine Arbeitskraft unter der Situation leiden und kann dir dauerhaften Schaden zufügen. Und kein Job der Welt ist es wert, dass du deine Gesundheit und dein Wohlbefinden dafür opferst.

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