26.03.2007 13:29 |

"Zu viele Probleme"

US-Behörde sagt "Handy im Flugzeug" ab

Das könnte der Todesstoß für „Handy im Flugzeug“ sein: Die US-Kommunikationsbehörde FCC hat sich gegen die Verwendung von Mobiltelefonen in Flugzeugen ausgesprochen. Als offizieller Grund gibt die FCC ungelöste technische Probleme an, die der fliegende Einsatz von Handys bereite. Das System, welches Passagier-Handys mit einem im Flugzeug eingebauten Funkmodul Telefonate nach draußen ermöglicht, fiel bei den US-Experten durch. In Europa will man es trotzdem versuchen.

Das System sei ursprünglich so entworfen worden, dass Mobiltelefone mit einem Handymast Kontakt aufnehmen. Befinde man sich nun mehrere Kilometer hoch in der Luft, dann könne das Telefon theoretisch zu mehren Masten gleichzeitig Kontakt aufnehmen - mit unvorhersehbaren Folgen für das Netz am Boden. Auch sei weiterhin unklar, welche Interferenzen durch das Anfunken des Netzes von Flugzeugen aus zu erwarten seien, so FCC-Chairman Kevin J. Martin.

Europa will Risiko eingehen
Während in den USA die Zeichen damit weiterhin gegen den baldigen Einsatz von Mobiltelefonen in Flugzeugen stehen, sind die Anzeichen in Europa freundlicher, dass es noch in diesem Jahr zu Pilotprojekten kommt. „Wir warten zwar immer noch auf das endgültige OK von den diversen Luftfahrtbehörden, sind aber weiterhin zuversichtlich, Mobiltelefonie ab Sommer 2007 auf Emirates-Flügen anbieten zu können“, so Steve Double, Sprecher von Aeromobile. Emirates wollte ursprünglich in einzelnen Flügen bereits im Januar 2007 mit dem mobilen Dienst aufwarten, musste das geplante Angebot aufgrund der ausstehenden Bestätigungen durch die Behörden aber verschieben.

Amerikaner sehen Handy im Flugzeug als Störfaktor
Neben den (sicherheits-)technischen Vorbehalten werden zunehmend auch kritische Stimmen laut, die sich aus sozialen Gründen gegen die Einführung von Mobiltelefonie über den Wolken aussprechen. So haben sich bereits Tausende von Menschen bei der FCC gemeldet, die während des Fluges nicht von irritierenden Telefongesprächen des Sitznachbarn gestört werden wollen. Auch dem Emirates-Ausrüster Aeromobile sind diese Kritikpunkte bekannt: „Wir verstehen natürlich die Bedenken der Fluggäste“, meint Double. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass In-Flight-Telefone schon seit Jahren an Board von Flugzeugen zu finden und nie als störendes Element diskutiert worden seien.

Nur fünf oder sechs Passagiere dürfen telefonieren
Mit der Einführung des neuen Sytems würden Telefonate billiger werden. Zudem obliege es später immer noch dem Flugpersonal und der Fluglinie, das System zu bestimmten Zeiten freizugeben oder auszuschalten. Auch sehe das System vor, die Anzahl der gleichzeitig telefonierenden Gäste auf fünf oder sechs Personen zu begrenzen, so Double. Fraglich ist, ob sich das System dann rentieren kann, wenn von Hunderten Passagieren nur fünf oder sechs telefonieren können. (pte)

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