Der Übernahmekampf spitzt sich zu: Unicredit attackiert das Geschäftsmodell der Commerzbank und kritisiert massive Schwächen. Das deutsche Geldinstitut kontert und weist alle Vorwürfe zurück. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kommentiert das Gefecht ...
Die italienische Großbank Unicredit hält den Übernahmekampf mit scharfer Kritik am Geschäftsmodell der Commerzbank am Laufen. In einer Präsentation sprach das italienische Institut von einer „Geschichte operativer Underperformance“ und bezeichnete die deutsche Bank gemessen an ihren Kennzahlen als überbewertet. Zudem ortet Unicredit strukturelle Schwächen. Die Commerzbank reagierte ablehnend.
Internationales Geschäft zurückfahren
„Unicredit ist als bedeutender Aktionär der Ansicht, dass die Commerzbank auf zukünftige Herausforderungen nicht ausreichend vorbereitet ist und sich zu sehr auf kurzfristigen Erfolg konzentriert“, teilte das italienische Geldhaus mit. „Unicredit ist der Meinung, dass sich die Commerzbank neu positionieren sollte, um für die Zukunft gerüstet zu sein, indem sie das Wachstum beschleunigt und sich auf Investitionen und Transformation konzentriert.“
Aus Sicht der Bank-Austria-Mutter sollte sich die Commerzbank stärker auf Deutschland und Polen konzentrieren und ihr internationales Geschäft zurückfahren, das als zu groß, fragmentiert, risikoreich und ineffizient eingeschätzt wird.
Die Unicredit, die mit einem direkten Anteil von 26 Prozent bereits größter Aktionär der Commerzbank ist und nach jüngsten Angaben insgesamt Zugriff auf knapp unter 30 Prozent der Anteile hat, hatte Mitte März ein freiwilliges Tauschangebot für sämtliche Commerzbank-Aktien angekündigt. Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am 4. Mai sollen die Aktionäre über die dafür notwendige Kapitalerhöhung abstimmen.
Commerzbank sieht Kampagne gegen sich
Die Commerzbank weist die Vorschläge zurück. Die Präsentation sei ein Versuch, das funktionierende Geschäftsmodell zu zerschlagen, ohne einen überzeugenden Plan zur Wertsteigerung vorzulegen, erklärte das Institut. Zudem wirft sie Unicredit eine anhaltend feindliche Vorgehensweise und irreführende Darstellungen vor. Einen Zusammenschluss lehnt die Commerzbank ab und sieht keinen Mehrwert darin. Neue Finanzziele will sie Anfang Mai präsentieren.
Auch politisch gibt es zurückhaltende Töne: Friedrich Merz betonte beim Jahresempfang des Bundesverbands deutscher Banken in Berlin, Europa brauche zwar große Banken, aber nicht jede Form von Übernahmen in Deutschland sei willkommen.
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