Kurzschluss im All

“Hubbles” Hauptkamera gibt den Geist auf

Wissen
31.01.2007 11:09
An Bord des bereits 17 Jahre alten Weltraumteleskops "Hubble" ist die Hauptkamera ausgefallen. Laut NASA ist vermutlich ein Kurzschluss in der Stromversorgung die Ursache für den Defekt. Schon seit dem Sommer 2006 arbeitet die ACS (Advanced Camera for Surveys) wegen einer Fehlfunktion mit einer Ersatzelektronik, nun versuchen Techniker, die Kamera wieder auf die Primärsysteme umzustellen, um zumindest einen teilweisen Betrieb zu ermöglichen.

Das elf Tonnen schwere Weltraumteleskop hatte sich am Wochenende selbst in einen schützenden "Winterschlaf"-Modus versetzt, wurde inzwischen jedoch daraus wieder erweckt. Die wissenschaftliche Arbeit solle noch in dieser Woche mit den verbliebenen Instrumenten des Teleskops fortgesetzt werden, darunter zwei weitere Kameras sowie andere Sensorgeräte, betonte die NASA.

Im November hatte das für "Hubble" verantwortliche Weltraumteleskop-Forschungsinstitut in Baltimore für den Fall eines ACS-Ausfalls vorsorglich einen Satz wissenschaftlicher Beobachtungsprogramme ohne Beteiligung der Hauptkamera ausgewählt. Diese Beobachtungspläne sollen nun anstelle der ursprünglich geplanten ACS-Programme abgearbeitet werden.

Verjüngungskur für "Hubble"
Ende vergangenen Jahres hatte die NASA eine Reparatur- und Verjüngungsmission für das alternde "Hubble"-Teleskop beschlossen. Der elftägige Einsatz der Raumfähre "Discovery" soll jedoch frühestens im Mai 2008 beginnen. Inwieweit sich die ACS-Panne auf diese Planungen auswirke, sei noch nicht abzusehen, betonte die NASA. Eine Untersuchungsgruppe solle dies bis Anfang März klären. "Obwohl dies ein Rückschritt ist, ist für Hubble bei weitem noch nicht aller Tage Abend", sagte ein Sprecher der europäischen Weltraumbehörde ESA, die an dem Teleskop-Projekt beteiligt ist, zu der neuen Panne.

Die Advanced Camera for Surveys war im März 2002 an Bord von "Hubble" installiert worden und war für eine Lebensdauer von fünf Jahren konzipiert. Sie besteht aus drei Einzelkameras. Zu ihren Aufgaben gehört unter anderem die Kartierung der rätselhaften Dunklen Materie, die den meisten Teil der Masse im Universum ausmacht, die Suche nach weit entfernten Objekten aus der Frühzeit des Universums und die Beobachtung der Entwicklung von Galaxienhaufen.

Schwarze Löcher, ferne Galaxien, sterbende Sonnen
Das "Hubble"-Teleskop blickt aus 600 Kilometern Höhe ungehindert von den Luftschichten der Erde in die Tiefen des Alls. Nie zuvor gesehene Bilder von fernen Galaxien, sterbenden Sonnen und Beobachtungen so genannter Schwarzer Löcher verschafften den Astronomen neue Einblicke in die Entstehung und den Aufbau des Universums.

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