Kosovo-Frage

Ahtisaari hat Vorschlag zum Kosovo vorgestellt

Ausland
26.01.2007 14:27
UNO-Chefvermittler Ahtisaari hat am Freitag in Wien den Vertretern der einflussreichen, so genannten „Kontaktgruppe“ seine Vorschläge zum künftigen Status des Kosovo übergeben. Das Treffen von Ahtisaari mit Spitzendiplomaten aus den USA, Russland, Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Italien endete nach zwei Stunden. Der Öffentlichkeit sollen die Vorschläge erst am 2. Februar zugänglich gemacht werden. Ahtisaari präsentiert in einer Woche seine Entwürfe in Belgrad und Pristina.

Nach Angaben des Ahtisaari-Büros UNOSEK sind vorerst keinerlei öffentliche Statements geplant. UNOSEK-Sprecher Remi Doulot, dass das vom finnischen Ex-Präsidenten ausgearbeitete Dokument alle notwendigen Elemente zur Lösung des Kosovo-Status beinhalte. Er reagierte damit auf Spekulationen von Medien, wonach Ahtisaari den Vertretern der Kosovo-Kontaktgruppe noch keine klare Definition für den künftigen Kosovo-Status vorlegen werde. 

Ab Februar Kommentare von Belgrad und Pristina erwartet
Nach dem 2. Februar trete man in eine „Periode des Engagements“, in der Kommentare Belgrads und Pristinas abgewartet werden. Von den weiteren Standpunkten der beiden beteiligten Parteien sei es abhängig, ob es weitere Verhandlungen in Wien geben wird. Erst danach will Ahtisaari seinen endgültigen Vorschlag an den UNO-Sicherheitsrat übermitteln, der schließlich eine Entscheidung über den künftigen Kosovo-Status treffen soll.

„Überwachte Unabhängigkeit“ für Kosovo
Spekuliert wird, dass der finnische Ex-Präsident eine Art „überwachte“ oder „bedingte“ Unabhängigkeit für die seit 1999 von der UNO verwaltete südserbische Provinz vorgeschlagen hat. Auch weitere Verhandlungen zwischen den beiden Parteien in Wien sind durchaus möglich. Erst danach will Ahtisaari seinen endgültigen Vorschlag an den UNO-Sicherheitsrat übermitteln, der schließlich eine Entscheidung über den künftigen Kosovo-Status treffen soll.

Standpunkte könnten unterschiedlicher nicht sein
Die Standpunkte Pristinas und Belgrads hinsichtlich des Status sind diametral entgegengesetzt: Während Pristina in der Unabhängigkeit die einzige akzeptable Option sieht, ist Belgrad strikt dagegen, kämpft für den Verbleib der Provinz im Staatsrahmen Serbiens und bietet eine weit gehende Autonomie.

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