25.01.2007 13:34 |

Wintereinbruch

110.000 Haushalte in Frankreich ohne Strom

Spät, aber doch hat der Winter in Teilen Europas Einzug gehalten - und er hat offenbar einiges nachzuholen. Neben Österreich waren Deutschland, Frankreich, Italien, Tschechien, Polen und Spanien betroffen. Es kam zu Verkehrschaos und Stromausfällen. Rund 100 Orte in Spanien sind von Außenwelt abgeschnitten, nach erneuten starken Schneefällen haben 110.000 Haushalte in West- und Zentralfrankreich keinen Strom.

Das berichtete der Stromversorger EDF am Donnerstagmorgen. In der Nacht hatten Reparatureinheiten in der besonders stark betroffenen Auvergne 23.000 Haushalte wieder ans Netz bringen können. Unter dem Gewicht der Schneemassen nachgebende Leitungen und im Sturm umgestürzte Bäume unterbrechen aber immer wieder die Stromversorgung. Hunderte Techniker sind den Angaben zufolge im Einsatz.

100 Orte in Spanien von Außenwelt abgeschnitten
Rund 100 Ortschaften sind in Nord- und Mittelspanien nach heftigen Schneefällen von der Außenwelt abgeschnitten. Auf der Autobahn Madrid-Burgos saßen am Donnerstag nach Angaben der Behörden 200 Lastwagen im Schnee fest. Mehr als 30 Gebirgspässe mussten gesperrt werden.

Auch der spanische Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero wurde ein Opfer des Schneechaos. Er musste eine Reise in seine Heimatstadt León im Norden des Landes absagen, weil dort der Flughafen geschlossen worden war.

Schnee und Eisglätte behinderten nicht nur den Verkehr auf den Straßen, sondern auch den Bahn- und Flugverkehr. Die Bahnverbindungen zwischen Madrid und der Region Asturien waren unterbrochen. Zahlreiche Flüge hatten Verspätung. Die Meteorologen sagten für Freitag ein Übergreifen der Kältewelle auch auf Südspanien voraus.

Verkehrsbehinderung in Deutschland
Schnee und Eis haben am Donnerstag in weiten Teilen Deutschlands zahlreiche Unfälle und lange Staus verursacht. Mehrere Menschen kamen ums Leben oder wurden verletzt. In vielen Bundesländern waren Straßen und Autobahnen zeitweise gesperrt. Im Bahnverkehr gab es ebenfalls Einschränkungen. In Sachsen und Bayern war der Flugverkehr beeinträchtigt.

Weiter viel Schnee in Tschechien
Rund 30 Stunden nach der wetterbedingten Vollsperrung ist der internationale Flughafen Prag-Ruzyne am Donnerstagmorgen wieder geöffnet worden. Um 09.00 Uhr seien beide Terminals in Betrieb genommen worden, sagte eine Airport-Sprecherin. Der Flughafen hatte wegen starken Schneefalls in der Nacht zum Mittwoch geschlossen werden müssen. Seitdem wurden etwa 400 Flüge gestrichen.

In Tschechien behinderte auch am Donnerstag starker Schneefall landesweit den Verkehr. Insgesamt besserte sich die Situation jedoch gegenüber dem Vortag leicht.

Polen: Pendler kommen nur mühsam zur Arbeit
Viele Pendler in Polen haben am Donnerstag nur äußerst mühsam ihre Arbeitsplätze erreicht: In Warschau fielen innerhalb von 24 Stunden 18 Zentimeter Schnee - mehr als in den Bergen. In der Folge waren Busse und Straßenbahnen überfüllt und verspätet. Auf vielen Straßen, die nicht vom Schnee geräumt worden waren, gab es lange Staus.

In Niederschlesien, wo es ebenfalls heftig geschneit hatte, war die Autobahn 4 über einen zwei Kilometer langen Abschnitt von einem quer stehenden Lastwagen blockiert, berichtete der polnische Rundfunk. Auch auf Landstraßen blockierten Lastwagen, die bei Schneeglätte manövrierunfähig geworden waren, die Fahrbahn.

Verkehrsbehinderungen in Friaul
Schneefälle behinderten auch den Verkehr in Friaul. Die Straßenverbindung zwischen Pontebba und dem Nassfeld in Kärnten wurde gesperrt. Im Dolomiten-Wintersportort Cortina d'Ampezzo fielen am Mittwoch 60 Zentimeter Neuschnee. Die Fährverbindungen mit den Inseln Capri und Ischia wurden unterbrochen. Auf Sardinien kam es zu Stromausfällen.