Di, 23. April 2019
12.12.2017 09:45

Rache für Muslime

NY: Bombe aus Schrauben, Lichterketten und Zucker

Nach dem versuchten Terroranschlag nahe dem New Yorker Times Square mit vier Verletzten kommen immer mehr Details ans Tageslicht. Ein 27-Jähriger hatte Montagfrüh zur Hauptverkehrszeit versucht, sich mit einer selbst gebauten Rohrbombe aus Schrauben, Weihnachtsbeleuchtung, Zucker, Streichholzköpfen und einer 9-Volt-Batterie selbst in die Luft zu sprengen. Er wollte damit ein Blutbad anrichten und sich für die weltweit schlechte Behandlung von Muslimen rächen, hieß es am Dienstag in Medienberichten.

Der aus Bangladesch stammende Akayed Ullah sei "verärgert" gewesen - unter anderem wegen der Israel-Politik von US-Präsident Donald Trump - und habe als Einzeltäter gehandelt, sagte New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo dem TV-Sender CNN. Der Täter sei "nicht wirklich Teil eines anspruchsvollen Netzwerkes gewesen", so Cuomo weiter. "Anscheinend ist er ins Internet gegangen und hat Informationen heruntergeladen, wie man eine Bombe baut." Auch radikale Propagandamagazine und IS-Videos wurden bei ihm gefunden.

Laut Medienberichten lebt der Mann seit 2010 in den USA und war im New Yorker Stadtteil Brooklyn zu Hause, wo viele Muslime leben. Zwischen 2012 und 2015 hatte er nach Angaben der New Yorker Transportbehörde eine Fahrerlaubnis zur Personenbeförderung in der Stadt. Er war zudem im Besitz einer Green Card.

Anschlag hätte in Blutbad enden können
Der Anschlag ereignete sich am Montag in Manhattan in einem unterirdischen Verbindungstunnel zwischen dem Busbahnhof Port Authority - mit fast 70 Millionen Passagieren pro Jahr der betriebsamste Busbahnhof der Welt - und der U-Bahn-Station Times Square, der belebtesten in ganz New York. Der Tatverdächtige erlitt bei der Explosion Brand- und Schnittverletzungen an Händen und Oberkörper, wurde festgenommen und ins Krankenhaus gebracht, teilte die Polizei mit. Drei Passanten wurden leicht verletzt.

Der Mann habe die vermutlich selbst gebaute Bombe am Körper getragen und bewusst gezündet, hieß es seitens der Polizei. Es sei ein eher amateurhaft zusammengebauter Sprengsatz gewesen, sagte Gouverneur Cuomo. Wäre die Bombe nicht fehlerhaft gewesen, hätte es vermutlich ein Blutbad gegeben.

"Das ist die Realität New Yorks"
Der New Yorker Gouverneur dankte Polizei und Rettungskräften für ihren Einsatz und betonte, New York sei ein Symbol für Freiheit und Demokratie: "Das macht uns zu einem Ziel. Das ist die Realität New Yorks." Nur rund sechs Wochen zuvor hatte es in New York einen Terroranschlag mit einem Kleinwagen gegeben, bei dem acht Menschen getötet und elf verletzt worden waren.

Trump will strengere Zuwanderungsregeln
US-Präsident Trump nutzte den Vorfall, um für eine härtere Einwanderungspolitik zu werben. Der Kongress müsse das "laxe Einwanderungssystem reformieren, das es viel zu vielen gefährlichen und unzureichend überprüften Menschen ermöglicht, in unser Land zu gelangen", erklärte Trump wenige Stunden nach der Explosion in der New Yorker U-Bahn.

Er verlangte, den Familiennachzug für Einwanderer abzuschaffen. Auch der mutmaßliche Attentäter von New York habe von dieser Regelung profitiert. Nach Medienberichten stammt der 27-Jährige aus Bangladesch und reiste als Neffe eines US-Staatsangehörigen mit einem Visum ein. Zudem verlangte Trump mehr Personal für die Einwanderungsbehörden sowie möglichst harte Strafen für Terrorverdächtige - "bis hin zur Todesstrafe".

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