Michael Hettegger

„Ich war oft genug Zweiter – ich will gewinnen!“

Sport-Mix
23.09.2026 21:30

Das Salzburger Radtalent Michael Hettegger zählt im WM-Straßenrennen der Junioren in Montreal zu den heißen Medaillenkandidaten. Mit der „Krone“ sprach er über seine hohen Ziele, den brutal schwierigen Kurs, seine schärfsten Rivalen und Sightseeing in Kanada.

„Diese WM wird richtig geil!“, erklärte Michael Hettegger im Gespräch mit der „Krone“. „Wieder ein neuer Kontinent, auf dem ich noch nie gefahren bin.“

Das Strobler Toptalent steht bei der Straßenrad-WM in Kanada an der Startlinie und zählt dabei zu den Mitfavoriten. Seine Saison verlief bislang in eindrucksvoller Manier, ein Spitzenplatz reihte sich an den nächsten. Sowohl bei der EM als auch bei der WM im Cross Country gewann er Silber. Auch auf der Straße geigte er auf.

Hettegger: „Es ist steil, das liegt mir“
Bei der Ain Bugey Valromey Tour, dem wichtigsten Etappenrennen der Junioren, wurde er ebenso Zweiter wie beim Giro di Lunigiana. Und genau hier beginnt es für Hettegger mühsam zu werden. „Es geht mich an, dass ich so oft Zweiter war. Das war ich jetzt oft genug – bei der WM will ich gewinnen“, ist die Zielsetzung hoch. Der 18-Jährige schränkt allerdings ein: „Jede Medaille wäre natürlich super. Gewinnen ist aber einfach noch einmal was anderes.“

Der heimische Pedalritter zählt auf der schwierigen Strecke zum engeren Favoritenkreis. Zehnmal gilt es einen knackigen Anstieg namens Cote Camillien-Houde zu meistern. Zum Vergleich: Die Profis um Felix Gall (der Wahlsalzburger gewann 2015 Junioren-Gold) klettern zwölfmal darüber. Klar ist: Kletterer sind im Vorteil!

„Es ist wirklich steil, das liegt mir besonders gut“, sagt Hettegger, der zur Einstimmung zuhause die Postalm immer wieder erklomm. „Ich hatte dort Intervalle, weil der Anstieg sehr ähnlich ist.“

Noval gewann Gold im Zeitfahren
Sein wohl größter Rivale kommt aus Spanien und heißt Benjamin Noval. Der Iberer gewann bereits Gold im Zeitfahren und ist auch im Straßenrennen brandgefährlich. „Bei ihm will ich auf jeden Fall mitgehen, wenn er attackiert. Er ist so ein extrem starker Radfahrer. Nicht nur am Berg, sondern auch im Zeitfahren“, zieht er den Hut.

Gefährlich werden könnte auch der Belgier Vic de Smet, Silbermedaillengewinner im Zeitfahren und nach dem Aus von Seff van Kerckhove (von einem Auto angefahren) alleiniger Kapitän in seinem Team. „Bei ihm habe ich die Hoffnung, dass es einen Tick zu schwer wird. Vor dem fürchte ich mich aber im Sprint, denn der hat noch fast keinen aus einer Gruppe heraus verloren.“

WM-Facts

  • Das Juniorenrennen ist 134 Kilometer lang und führt zehnmal über den Cote Voie Camillien-Houde
  • Österreich ist mit vier Startern vertreten: Michael Hettegger, Michael Ortner, Niklas Wiesmayr und Santiago Wrolich.
  • Neben Hettegger zählten Benjamin Noval (ESP), Vic de Smet (BEL), Malthe Risbjerg (DEN), Julius Birkedal (DEN), Elisa Wändel (SWE), Brandon Fedrizzi (ITA), Patrik Pezzo Rosola (ITA) und Kristian Haugetun (NOR) zu den Favoriten.

Unterstützt wird Michi vor Ort von seiner Schwester und den Eltern, im Rennen kann er auf die Hilfe seiner Teamkollegen bauen. „Die sind auch alle Freunde von mir“, betont das Toptalent.

Für Sightseeing bleibt wenig Zeit. „Nach dem Rennen geht’s gleich heim. Acht Tage danach findet die EM statt“, sagt Hettegger. Der auch dort heiß auf Edelmetall ist. Am liebsten in Gold.

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