Mi, 23. Jänner 2019

Wade weggebissen

20.10.2017 19:43

Wildschwein wütet in Innenstadt: Vier Verletzte

Das hat es in der 21.000-Einwohner-Stadt Heide im norddeutschen Bundesland Schleswig-Holstein noch nicht gegeben: Ein aggressives Wildschwein hat am Freitag in der Innenstadt - und da vor allem in einer Sparkassenfiliale - gewütet. Vier Menschen wurden angegriffen und teils schwer verletzt. So erlitten drei von ihnen - unter anderem der Filialleiter - zum Teil schwere Beinverletzungen, ein Mann verlor einen Teil eines Fingers.

Wie die Polizei in Itzehoe mitteilte, liefen der ausgewachsene Keiler und zunächst noch ein Weibchen seit der Früh durch die Straßen. Das weibliche Wildschwein trollte sich dann wieder Richtung Stadtrand, der zwei Jahre alte und 70 Kilogramm schwere Keiler wollte aber offenbar noch etwas von der Innenstadt sehen.

Also drückte er sich bei einem Optiker am Markt durch eine geschlossene Glastür, verletzte eine Seniorin und richtete in dem Geschäft erheblichen Sachschaden an. Danach griff das Wildschwein auf der Straße eine Passantin an, bevor es alarmierten Polizisten gelang, das Tier im Vorraum der Sparkassenfiliale am Marktplatz festzusetzen. Doch das hielt den Keiler nicht davon ab, weiterzuwüten - ganz im Gegenteil.

Die Szenen vom Ort des Geschenens von Blaulichtreport24:

Wie die "Bild" berichtete, sei eine Schiebetür aus Glas zu Bruch gegangen und Mobiliar umhergeflogen, als das Tier dagegengerannt sei. Als der Filialleiter gestürzt sei, habe das Tier ihn in die Kniekehle, einen Unterschenkel und Oberschenkel gebissen, ein Stück Wade sei sogar herausgebissen worden.

Rettungskräfte hätten ein Seitenfenster eingeschlagen, um den schwer verletzten Mann zu befreien. Im Gebäude festsitzende Menschen wurden laut Polizei mit Drehleitern der Feuerwehr über Fenster in Sicherheit gebracht. Vor der Sparkasse biss das Tier dann noch einem Mann eine Fingerkuppe ab. Die vier Verletzten wurden ins Heider Krankenhaus gebracht, wie die Polizei bekannt gab.

Jäger erschoss Keiler aus Streifenwagen heraus
Um 11 Uhr wurde der Keiler schließlich von einem Jäger vor der Bank erschossen. Das Tier konnte zwischen zwei Streifenwagen und den Zugangstüren zur Bank eingekesselt werden, der tödliche Schuss fiel aus einem der Streifenwagen.

Die Polizei hatte die Bevölkerung zwischenzeitlich dazu aufgerufen, in den Häusern zu bleiben, die Innenstadt zu meiden sowie "vor allem" nicht die Arbeit der Einsatzkräfte zu behindern. Polizisten und Jäger versuchten gemeinsam, die Wildschweine "außer Gefecht zu setzen". Vom Weibchen fehlte bis zum Abend allerdings jede Spur.

Wildschweine können aggressiv werden und sind dann durchaus auch für Menschen gefährlich. Eine Polizeisprecherin sagte der "Bild", die Tiere könnten durch die Maisernte auf einem Feld aufgeschreckt worden und deshalb in der Innenstadt gelandet sein.

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