„Sensationeller Fund“

Mit Metalldetektor Schatz aus Römerzeit entdeckt

Ausland
22.09.2026 13:53
Porträt von krone.at
Von krone.at

Dank eines Familienvaters wurden aus einem gewöhnlichen Acker bei Wesseling südlich von Köln drei Kilogramm Münzen aus der Zeit von Kaiser Hadrian ausgegraben. 

Oliver Riedl war dort mit einer Sonde unterwegs und stieß plötzlich auf eine Silbermünze nach der anderen. Selbst als er schon 15 Münzen geborgen hatte, hörten die Signale seines Metalldetektors nicht auf. „Für mich war klar, dass hier etwas Größeres im Boden liegt“, folgerte er.

Er verständigte das LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland. Daraufhin machten sich Archäologen an die Arbeit und gruben nicht weniger als 934 römische Denare aus Silber aus. Zusammen wiegen sie mehr als drei Kilogramm.

Absichtlich vergraben
Nach Angaben des LVR-Amtes ist dies der größte Münzschatz aus der Zeit des römischen Kaisers Hadrian, der je in Deutschland gefunden wurde. Weltweit ist es demnach der fünftgrößte aus dieser Zeitspanne – das Amt beschreibt ihn als „sensationell“. Die Experten gehen davon aus, dass er im zweiten Viertel des 2. Jahrhunderts nach Christus absichtlich vergraben wurde.

Kaiser Hadrian

Kaiser Hadrian regierte von 117 bis 138 nach Christus und ist heute vor allem für den auf seine Anordnung hin angelegten Hadrianswall in Nordengland bekannt. Der Großteil der entdeckten Münzen wurde aber noch früher hergestellt, im ersten Jahrhundert nach Christus. Die älteste Münze stammt aus dem Jahr 148 vor Christus, als Rom noch eine Republik ohne Kaiser war. Damit war sie bereits über 270 Jahre alt, als sie vergraben wurde. Dennoch war sie weiterhin ein gültiges Zahlungsmittel. 

Warum aber hat damals ein Römer so viel Geld versteckt? „Wir können über die Beweggründe nur spekulieren“, sagte der Leiter des LVR-Amtes, Eich Claßen. „Aber sehr wahrscheinlich wollte jemand dieses Geld sicher aufbewahren. Denn Banken gab es damals noch nicht.“

Die Frage, warum der Schatz nie ausgegraben wurde, kann nicht beantwortet werden. Vielleicht ist der Besitzer gestorben, ohne jemandem davon berichtet zu haben, und hat sein Geheimnis mit ins Grab genommen, so die Forscher.

Wert etwa 6000 Euro
Welchen Wert die 934 Denare damals hatten? Ein Legionär verdiente etwa 300 Denare im Jahr verdient. Davon sei die Hälfte für Lebensmittel und Ausrüstung einbehalten worden. Bleiben 150 Denare übrig. Der heutige Wert beträgt etwas mehr als 6000 Euro.

Finder erhält kleine Belohnung
Landesarchäologe Claßen ist voll des Lobes über das Verhalten des Finders Oliver Riedl. „Durch seine Umsicht waren wir in der Lage, den Hortfund fachgerecht und vollständig zu bergen.“ Riedl besaß auch eine Genehmigung, wie sie für Suchen mit Metalldetektoren erforderlich ist. Man muss dafür eine Schulung absolvieren. Außerdem müssen die Grundstückseigentümer die Suche erlauben. Der Münzschatz aus Wesseling ist nun Eigentum des Landes Nordrhein-Westfalen. Riedl erhält aber eine Belohnung vom Heimatministerium – immerhin.

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