Mi, 12. Dezember 2018

Rebellen entwaffnet

16.08.2017 08:05

Kolumbien erklärt Konflikt mit FARC für beendet

Mit dem Abtransport der letzten beschlagnahmten Waffen hat der mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnete kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos den rund 50 Jahren dauernden Konflikt mit der FARC-Guerilla offiziell für beendet erklärt. "Das ist ein wirklich historischer Tag. Heute haben wir Adios gesagt zu den Waffen der FARC", sagte Santos. Kolumbien werde nun "ein Land des Friedens".

Bei Fonseca in der Nähe der Karibikküste verließen die letzten beiden UNO-Container mit Waffen und Sprengstoff eines der 26 Camps, wo 6800 Guerilleros sich zur Waffenabgabe gesammelt hatten. Die Abgabe von rund 8100 Waffen in den Camps war schon vor Wochen beendet worden.

870 Waffendepots aufgelöst
Als komplizierter erwies es sich, die rund 870 im ganzen Land verteilten Waffendepots in früheren Kampfgebieten ausfindig zu machen und dort weitere Waffen, Sprengstoff, Minen und Granaten einzusammeln. Nach UNO-Angaben wurden auch 1,3 Millionen Patronen beschlagnahmt. Durch den 1964 begonnenen Konflikt war der Staat in vielen Regionen nicht präsent, dort blühte der Drogenhandel, Schutzgeld wurde erpresst und viele Menschen wurden vertrieben.

Vier Jahre Verhandlungen vor Friedensvertrag
Auf dem Höhepunkt ihrer Macht kontrollierte die linksgerichtete FARC (Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens) gemeinsam mit anderen Rebellengruppen weite Teile Kolumbiens. Nach vierjährigen Friedensverhandlungen in Kuba einigte sich die Guerilla mit der Regierung 2016 auf einen Friedensvertrag. Umstritten ist besonders eine Sonderjustiz mit maximal acht Jahren Freiheits- und Arreststrafen.

Die Ursprünge der Guerilla liegen in der Zeit gewaltsamer Konflikte zwischen konservativen und liberalen Kräften in Kolumbien, als man begann, Bauern im Kampf um Landbesitz zu verteidigen. Später diente die Guerilla der Kommunistischen Partei als militärischer Arm - sie sah sich als Anwalt der Armen und verschrieb sich dem Marxismus.

Konflikt forderte 220.000 Tote
Durch das Ende des Konflikts gibt es Hoffnungen auf einen starken wirtschaftlichen Aufschwung, allerdings versuchen bereits andere Banden, die Kontrolle gerade über den lukrativen Drogenhandel zu übernehmen. Für seine Bemühungen, diesen ältesten und längsten Konflikt der westlichen Hemisphäre zu beenden, hatte Präsident Santos 2016 den Friedensnobelpreis zugesprochen bekommen. Mehr als 220.000 Menschen starben im Zuge des Konflikts zwischen Guerillagruppen, Streitkräften und rechten Milizen, die schon 2006 offiziell entwaffnet worden waren.

Der Name FARC steht für Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia (Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens). Noch keinen Friedensvertrag gibt es mit der kleineren, ebenfalls linken ELN-Guerilla, die zuletzt stark dezimiert wurde. Heuer wurden 24 führende Mitglieder der ELN (Nationale Befreiungsarmee) festgenommen.

Die FARC strebt ein politisches Projekt an und will bis September eine Partei gründen. Im September will Papst Franziskus Kolumbien besuchen, um den historischen Friedensprozess zu würdigen.

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