Di, 16. Oktober 2018

"Mythos Darknet"

19.07.2017 09:49

ZDF-Doku beleuchtet dunkle Seite des Internets

Am 22. Juli 2016 tötete der 18-jährige Schüler David S. am und im Münchner Olympiaeinkaufszentrum neun Menschen und sich selbst. Die Waffe hatte er zuvor aus dem Darknet bezogen. Aus Anlass des ersten Jahrestages des Amoklaufs von München nimmt ZDFinfo am Donnerstag, 20.15 Uhr, in der Doku "Mythos Darknet" den schwer zugänglichen, aber offenbar florierenden Online-Marktplatz für menschliche Abseitigkeiten in den Fokus.

Es ist eine wieder gebrauchsfähig gemachte Theaterwaffe von der Marke Glock 17, die an einem Nachmittag im Hochsommer 2016 traurige Berühmtheit erlangt: In den Händen des 18-jährigen Schülers David S. wurde sie zur tödlichen Waffe des später als Amoklauf von München bekannten Ereignisses. Mit dieser Waffe hatte S. am Ende des 22. Juli 2016 neun Menschen getötet, 32 weitere wurden verletzt. Der letzte Schuss aus der Glock galt dem 18-Jährigen selbst, er richtete sich vor den Augen der eintreffenden Polizisten.

Eine Frage unter vielen, die die Öffentlichkeit in den Nachwehen der schrecklichen Tat beschäftigen: Wie kam David S., ein Schüler ohne Waffenschein, an die Pistole? Die Antwort wird wenige Tage später nachgeliefert: Er bezog die Waffe im Darknet, einem nur durch einen speziellen Browser zugänglichen Teil des Internets. Aus Anlass des ersten Jahrestags der Schreckenstat von München, liefert ZDFinfo in dieser 45-minütigen Dokumentation Einblicke in den "Mythos Darknet" und blickt hinein in die vermeintlich "dunkle Seite des Internets".

Autor Andreas G. Wagner hat sich dafür mit Unterstützern der Darknet-Technologie getroffen, hat IT-Sicherheitsexperten am Londoner King's College befragt und mit Europol-Ermittlern in Den Haag über ihre Arbeit im digitalen Schattenreich gesprochen. Herausgekommen ist ein Film, der detailliert aufzeigt, wie das Darknet von einem Projekt des amerikanischen Verteidigungsministeriums zu einem florierenden Marktplatz für menschliche Abseitigkeiten werden konnte. Er zeigt aber auch, welchen positiven Nutzen das Darknet beispielsweise in repressiven Regimen für die dort arbeitenden Journalisten hat.

 krone.at
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