03.03.2017 15:57 |

Langeweile als Motiv

Pilot mit Laserpointer geblendet: Bub vor Gericht

Wegen eines nicht alltäglichen Deliktes ist am Freitagnachmittag ein 16-jähriger Bursche auf der Anklagebank des Wiener Straflandesgerichtes gesessen. Aus Langeweile blendete er mit einem Laserpointer die Piloten eines Polizeihubschraubers. Die Besatzung war zu diesem Zeitpunkt auf der Suche nach Einbrechern, die in das Wohnhaus von Ex-Bundeskanzler Franz Vranitzky eingestiegen waren.

Der Schüler hatte am Abend des 10. Dezember in der Wohnung in Wien-Döbling ferngesehen, als er Polizeisirenen und die Fluggeräusche des Hubschraubers wahrnahm. Er nahm den Laserpointer zur Hand, den er im Sommer in der Türkei in einem Souvenirgeschäft erworben hatte, und zielte auf den Helikopter. "Ich hab' von unten drauf gezielt", sagte der Bursche. "Es war eine Riesendummheit von mir." Er habe nicht gedacht, dass er damit so viel Schaden anrichten könnte.

Einbrecher längst entkommen
Nachdem der Bursche den Hubschrauber dreimal mit dem Laserpointer anvisiert hatte, konnten die Piloten den Bereich nicht mehr anfliegen. Die Einbrecher waren somit über alle Berge. Nur kurze Zeit später klopfte die Polizei an die Wohnungstür des 16-Jährigen. Auf jedem Polizeihubschrauber ist neben den Piloten ein dritter Mann an Bord: ein Operator, der die Wärmebildkamera bedient. So konnte der Verursacher schnell ausfindig gemacht werden.

Nach Beratung des Gerichtes wurde dem Angeklagten eine Diversion vorgeschlagen, die 100 Stunden gemeinnützige Arbeit vorsieht. Der Bursche nahm das Angebot an. Das Verfahren wurde auf unbestimmte Zeit unterbrochen. Wenn die Stunden absolviert sind, wird der Prozess eingestellt.

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