Gefährlich:

Nur 37 Prozent der Kinder sind geimpft

Kärnten
10.02.2017 17:30

Weil immer weniger Kinder geimpft werden, fehlt der sogenannte "Herdenschutz". Krankheiten wie Masern und Röteln könnten wieder voll ausbrechen, warnen Ärzte. Ursache der Impfverweigerung: Die meisten Eltern wissen gar nicht, was solche Krankheiten anrichten können. Sie fürchten meist nur die Nebenwirkungen.

Die Impfrate ist innerhalb von zwei Jahren stark abgesackt. Beim Jahrgang 2003 betrug sie noch 47 Prozent; beim Jahrgang 2005 nur noch 37. "Die Krankheiten werden nicht mehr gefürchtet, weil man sie nicht mehr kennt", sagt Kärntens oberste Schulärztin Heidemarie Wagner-Reif. "Stattdessen werden Eltern mit wilden Theorien verängstigt." Laut Impfgegnern enthalten Impfungen Schwermetalle, Geimpfte seien außerdem lebenslang immungeschwächt wenn nicht gar todkrank.

Wagner-Reif: "Impfgegner stellen leider die Nebenwirkungen in den Vordergrund. Eine Patientin, die behauptete, nach der Impfung die Hand nicht mehr heben zu können, hatte einen Muskelriss. In 30 Jahren habe ich erst eine einzige Nebenwirkung gesehen, die gefährlich war."

Bisher wurden Kinder bis zum sechsten Lebensjahr gratis von Ärzten, später dann in Schulen und Gesundheitsämtern geimpft. Jetzt können Sechs- bis 12-Jährige in Arztpraxen vierfach-Impfungen erhalten.

Serina Babka, Kärntner Krone

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