Bei einer europaweiten Großrazzia gegen Schlepper-Banden hat das Bundeskriminalamt auch in Kärnten zugeschlagen. Nach dem Aufgriff von 12 illegal Eingereisten wurden "Bunkerwohnungen" Plätze, an denen Schlepper ihre Opfer einquartieren durchsucht. Die Ermittlungen laufen zeitgleich in fünf EU-Staaten.
180 Aufgriffe binnen nur zwölf Tagen: Nach der jüngsten Schwerpunktkontrolle der Polizei in Kärnten vor zwei Wochen hat jetzt Europol und das Bundeskriminalamt zur nächsten Aktion im Kampf gegen die Schlepperei ausgeholt. In fünf EU-Staaten nahmen die Ermittler die Schleichwege der Schlepper entlang der Balkanroute ins Visier.
In Österreich wurden dabei 58 Personen aufgegriffen. "In Villach haben Ermittler zwölf Migranten genau befragt. Danach wurden in Kärnten private Örtlichkeiten, wie Wohnungen, durchsucht", erklärt Vincenz Kriegs-Au, Sprecher im Bundeskriminalamt. Dabei soll es sich auch um sogenannte "Bunkerwohnungen" handeln, in denen die Opfer der Schlepper oft tagelang einquartiert werden, bevor sie illegal über die Grenze geschleust werden.
Bei den Ermittlungen wurden die Daten von Mobiltelefonen durchleuchtet. Dabei konnten auch Geldtransfers an Schlepperorganisationen nachgewiesen werden. Zudem wurden Verbindungen zu einer erst vor kurzem zerschlagenen Schlepperbande gesichert.
Gleichzeitig zeigte sich, dass innerhalb der EU der bequeme Bahnweg gerne als Illegalen-Schiene genutzt wird. "Auf Reisezügen von Wien und Salzburg Richtung Italien wurden im Zuge der Razzia 20 Asylsuchende - Nigerianer, Somalier, Gambier, Algerier, Afghanen und Pakistani - aufgegriffen", so Kriegs-Au.
Thomas Leitner und Christoph Matzl, Kronen Zeitung
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