Donald Trumps Rachefeldzug sorgt für Angst und Schrecken. Nicht bei seinen politischen Feinden, denen er das Justizministerium auf den Hals hetzt – sondern bei seinen eigenen Parteigenossen. Republikanische Strategen und Politiker fürchten die Besessenheit des Präsidenten, seine Gegner strafrechtlich verfolgen zu lassen.
Am Dienstag hatte Trump seine Vergeltungsschlacht gegen alte Feinde fortgesetzt, indem sein Justizministerium Anklage gegen den ehemaligen FBI-Direktor James Comey erhob. Hintergrund sind wilde Vorwürfe, Comeys Social-Media-Posting mit einem Foto von Muscheln mit der Anordnung „8647“ sei als Drohung gegen das Leben des Präsidenten zu verstehen.
Der Hintergrund: Die Zahl „86“ wird in US-Restaurants als Code für Mahlzeiten benutzt, die von der Speisekarte gelöscht wurden. Aber angeblich soll es auch ein Gangster-Slang für ausgeschaltete/gekillte Gegner sein. Laut des Interims-Justizministers Todd Blanche, der vorher der persönliche Anwalt von Trump war, bezieht sich die „47“ auf seinen Boss im Weißen Haus.
Dies ist bereits das zweite Mal, dass auf Trumps Geheiß Anklage gegen Comey erhoben wird. Die erste wurde von einem Gericht abgeschmettert, weil der Präsident eigens dafür illegal seine eigene Bundesstaatsanwältin ernannt hatte – die Ex-Schönheitskönigin Lindsey Halligan. Auch gegen weitere Erzfeinde Trumps wurden bereits Ermittlungen eingeleitet – darunter gegen New Yorks Generalstaatsanwältin Letitia James, den früheren nationalen Sicherheitsberater des Weißen Hauses John Bolton sowie Jerome Powell, den Chef der US-Zentralbank.
Konzentriert sich auf die falschen Dinge
Unter Republikanern wächst die Sorge, dass Trump sich zu sehr darauf fixiert, mit seinen Gegnern abzurechnen, anstatt sich vor den entscheidenden landesweiten Wahlen im November auf die Lebenshaltungskosten-Krise und die Beendigung des Iran-Kriegs zu konzentrieren.
„Kein Republikaner will mit dem Slogan antreten: ,Ich stehe hinter Donald Trumps Rachefeldzug‘ – während die Benzinpreise und die Inflation so hoch sind“, sagte der Wahlberater Barrett Marson der „Washington Post“. Zwar würde es von den eingefleischten Fans im Trump-Lager gefeiert werden, doch die Mehrheit der Wähler könnte dafür republikanische Politiker abstrafen.
In den Worten des legendären republikanischen Wahlstrategen Whit Ayres ist Trumps Fixierung, alte Scharten auszuwetzen, „das genaue Gegenteil von dem, was die meisten Amerikaner wollen“.
Das bestreitet die Regierungssprecherin Abigail Jackson vehement. Auf Anfrage von „The Daily Beast“ nannte sie es „geradezu lächerlich falsch“, dass der Präsident und seine Regierung nicht mehrere Prioritäten gleichzeitig bewältigen könnten. Die wachsende Panik vor einer katastrophalen Wahlschlappe in Republikaner-Kreisen straft sie allerdings Lügen.
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