Während man einen 30-GB-iPod der fünften Generation auf legale Weise kaum unterhalb eines Kaufpreises von 300 Euro sein Eigen nennen kann, wird man – dem harten Preisdumping der Online-Shops sei Dank – schon um gesehene 249,- Euro Besitzer eines Philips-Gerätes. Und das obwohl der empfohlene Verkaufspreis beim HDD 6320 noch über dem des iPods liegt!
Im Krone.at-Test konnte sich der von deutschen Kollegen liebevoll als „Monolith“ betitelte Festplatten-Player eigentlich in fast allen Disziplinen gut behaupten. Rundum ist er etwas größer als ein 30-GB-iPod, bleibt in Sachen Gewicht mit dem Apple-Gerät aber auf einer Ebene. Das Fassungsvermögen ist mit 30 Gigabyte auch dasselbe.
Auch die Bedienung geht ähnlich von statten: Die Philips-Jukebox darf man streicheln und betasten. Die leuchtenden Bereiche auf der spiegelglatten Oberfläche des MP3-Players sind berührungsempfindlich und müssen nur angetippt werden. Buttons gibt es nur für die Lautstärkeregelung am rechten Rand und für die Hold-Funktion, die im On/Off-Schalter integriert ist.
Scrollt man beim iPod im Kreis, so wird bei Philips ein Balken in der Mitte des Players mit dem Daumen nach unten bewegt. Er hinterlässt dabei eine futuristisch anmutende Leuchtspur, die bei der Orientierung in Playlisten und langen Untermenüs gute Dienste leistet. Der erste Eindruck von Optik und Haptik ist beim HDD 6320 ein sehr guter. Das Gerät scheint sauber verarbeitet und man fürchtet sich nicht schon beim Auspacken vor dem ersten Sturz.
Im Gegensatz zum iPod und vielen anderen derzeitigen Neuerscheinungen spielt das Philips-Gerät aber keine Videos. Musik und Photos lädt man - und das ist neu - über den Windows Media Player in die Jukebox. Klingt zunächst nicht besonders einfallsreich, spricht aber am Ende für Philips. Man installiert bloß ein einziges PlugIn – statt einer schlecht gemachten Player-Software, die man nachher sowieso nicht nützen will – und schon lassen sich die MP3s, WAVs oder WMVs via Synchronisierungsliste auf die 30 Gigabyte große Festplatte des HDD 6320 schaufeln. Das geht schnell, zuverlässig und ohne Probleme. Fotos importiert man einfach via Drag-and-Drop über den Desktop.
Manchmal liegt das Gute halt doch sehr nah und wozu eigentlich den Kunden zum Umstieg auf eine Player-Software zwingen, die am Ende vielleicht gar zu Problemen im System führt. Den WMP 10 hat jeder am Rechner, da kann’s zu keinen Reibereien kommen. Nur die Mac-User gucken durch die Röhre – dass sich die eine Philips-Jukebox kaufen, ist aber ohnehin unwahrscheinlich…
Ansonsten lässt sich der Philips'schen Jukebox in Sachen Bedienung und Hörkomfort kein schlechtes Zeugnis attestieren. Verwendet man mittelmäßige Biterates im Bereich von 192 Kilobyte pro Sekunde, so lassen sich Playlisten und Albumverzeichnisse ruckelfrei durchscrollen, auch wenn 80% des Speicherplatzes voll sind. Für Audiospezialisten, die ihre MP3s gerne in qualitativ höherwertigen Komprimierungsraten von bis zu 320 Kilobytes pro Sekunde genießen, wird Musikhören mit dem HDD 6320 aber zu einem zähen Unterfangen. Die einzelnen Dateien sind dann einfach zu groß für die Festplatte der Jukebox. Die Wiedergabe selbst läuft zwar ohne Hänger, das Menü friert aber viel zu oft ein und bleibt hin und wieder gar komplett „stecken“. Probleme mit solchen Biterates betreffen in der Regel aber nur einen Bruchteil der MP3-User, da das Gros der Anwender kleinere Dateien bevorzugt.
Die Soundqualität des HDD 6320 überragt so manchen Mitbewerber. Die mitgelieferten Kopfhörer aus dem Hause Philips arbeiten schon ganz brav und müssen bei Leibe nicht sofort ersetzt werden. Mit einem Bügelkopfhörer mit halbwegs guten Membranen kriegt man aber wirklich 1A-Sound aus der Philips-Jukebox. Als dankbares Gimmick erweist sich dabei der fünfbändige Equalizer, der den Sound-Presets in jedem Fall vorzuziehen ist, wirksame Einschnitte in fast alle Frequenzbereiche ermöglicht und mit dem sich auch der Bandbreitenverlust bei niedrigen Biterates ausgleichen lässt.
Fazit: Philips stellt dem iPod mit seinem MP3-Monolithen eine wählenswerte Alternative ins Regal. Überlastet man den Player nicht mit allzu großen Dateien, so überzeugen Bedienkonzept und Performance. Der Sound aus der Jukebox klingt definitiv überragend. Größtes Argument für den HDD 6320 bleibt letztendlich der Preis.
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