04.08.2006 12:09 |

Gerüchte bestätigt

Microsofts iPod-Offensive

Microsoft hat erstmals offiziell bestätigt, dass der Softwarekonzern noch vor Jahresende einen tragbaren Musik-Player und einen digitalen Musikdienst einführen will. Das ist die bisher stärkste Microsoft-Anstrengung gegen iTunes und iPod, mit denen Apple rund 70 Prozent des digitalen Musikmarktes und 75 Prozent des Marktes für tragbare digitale Musik-Player kontrolliert.

Die mit Spannung erwartete Ankündigung machte Chris Stephenson, der neue Marketingmanager der MSN Entertainment-Sparte, in einem Exklusivinterview mit dem US-Magazin „Billboard“.

In der Musik- und Computerbranche war seit geraumer Zeit spekuliert worden, dass Microsoft mit einem eigenen integrierten Musikplayer und Musik-Dienst gegen die Erfolgskombination der iTunes-Musik-Stores und der iPod-Musik-Player von Apple in großem Stil vorgehen wolle.

Stephenson erklärte dem Magazin, dass die Gesellschaft im weiteren Jahresverlauf die Dachmarke „Zune“ einführen wolle, die eine „Familie von Hardware- und Software-Produkten“ enthalte. Sie habe sich verschiedene digitale Unterhaltungsdienste zum Ziel gesetzt.

Der Zune-Musik-Player wird eine Festplatte und eine WLAN-Verbindung für drahtlosen Internet-Zugang enthalten. Vielleicht wird es sogar möglich, Musikdateien direkt in den Player zu laden, ohne auf einen PC zugreifen zu müssen. Der drahtlose Internetzugang ist nach Darstellung Stephensons für die tragbaren Geräte notwendig. Microsoft will im Rahmen seines Plans einer breiten Palette Windows-getriebener Geräte überall Zugang zu digitalen Medien ermöglichen.

Weitere Zune-Produkte wie ein tragbarer Video-Player und potenziell auch ein tragbares Spiele-Gerät würden dem Musik-Player folgen. Stephenson wollte sich aber nicht zu dem Videogame-Element der Initiative äußern. Musik wird zunächst das Hauptangebot sein, doch werde man schließlich auch auf Videos und andere Medien expandieren.

Microsoft wird die Einführung von Zune mit einer massiven Werbe- und Marketing-Kampagne unterstützen (siehe Link in der Infobox). Sie werde sich stark auf Künstler stützen, einschließlich mehrerer landesweiter Live- Auftritte in den USA. Nach Darstellung Stephensons würden die Gesamtanstrengungen denen für den Start der Xbox-Spielekonsole gleich kommen. Das Xbox-Debüt hatte sich Microsoft 500 Millionen Dollar kosten lassen.

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