Mo, 20. August 2018

Über 5000 Jahre alt

08.10.2015 16:54

Feuersteindolch aus Steinzeit an der Enns entdeckt

Im Rahmen des Projekts "Steinzeit an der Enns" ist der Archäologe und Paläontologe Alexander Binsteiner (Internationales Büro für Geoarchäologie) unermüdlich auf der Suche. Nach Entdeckungen alt- und jungsteinzeitlicher Geräte in Haidershofen (Bezirk Amstetten) ist er nun eigenen Angaben zufolge auf Feuersteindolche aus der Zeit der südenglischen Kultanlage Stonehenge gestoßen.

Die Fundstücke stammen aus Püreck nahe Dorf an der Enns und datieren in die Zeit um 3000 vor Christus. Fast 20 Jahre lang schlummerten die beiden Dolche in einer Kellervitrine von Franz Mitterhuber, einem versierten Sammler von Steinzeitartefakten aus Haidershofen. Ihre typische Form mit ausgeprägten Kerben an der sorgfältig gearbeiteten Griffplatte, die der Schäftung diente, verrate die genaue Zeit der Herstellung am Ende der Jungsteinzeit, als bereits die Kupfertechnologie auf dem Vormarsch war.

In Mitteleuropa war das die Zeit vielfältiger Kulturerscheinungen, erläuterte Binsteiner: Hierzulande wanderte die Chamer Kultur über die Donau nach Niederösterreich ein, in der Schweiz errichtete die Horgener Kultur Pfahlbauten an den Seen. Zeitliche Überschneidungen gab es mit den nachfolgenden Kulturen der Schnurkeramik und den Glockenbecherleuten. Aus dem Traisental kennt man Gräber der Schnurkeramik, aus Linz-Scharlinz zwei Glockenbechergräber mit Kupferdolchen.

Besitzer der Dolche gehörten Oberschicht an
Ein Dolch sei aus heimischem Kieselschiefer gefertigt, das Rohmaterial des zweiten stamme aus dem niederbayerischen Landkreis Kehlheim. Es handle sich dabei um einen sogenannten Plattenhornstein, eine besondere Feuersteinart, die vor allem in Ablagerungen der Jurazeit der Frankenalb auftritt. Die Dolchträger von Püreck hätten vermutlich der Oberschicht angehört. Binsteiner verwies darauf, dass auch der "Ötzi" einen dieser kleinen Feuersteindolche mit Holzgriff in seiner Ausrüstung hatte, als er am Tisenjoch in den Ötztaler Alpen den Tod fand.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.