Wahlmotivforschung

OÖ: Nicht nur die Flüchtlingskrise hat entschieden

Österreich
27.09.2015 20:28
Warum haben die Oberösterreicher bei der Landtagswahl so gewählt, wie sie gewählt haben? Das herauszufinden, ist die Aufgabe der Wahlmotivforschung, die das Linzer IMAS-Institut für die "Oberösterreich-Krone" durchgeführt hat. Arbeitsplätze und die Asylfrage waren demnach die wichtigsten Themen. Der Spitzenkandidat war nur bei der ÖVP wichtig, 85 Prozent der Wähler hatten sich schon früh entschieden, und die Zufriedenheit mit der Landesregierung ist hoch.

833 Menschen, repräsentativ für die oberösterreichische Bevölkerung ab 16 Jahren, wurden von IMAS befragt. Wobei sich, was die Grundstimmung betrifft, herausstellte, dass diese Wahl vor dem Hintergrund kräftig gestiegener Zufriedenheit mit der oberösterreichischen Landesregierung stattfand.

71 Prozent zufrieden mit Landesregierung
Die Gruppe jener, die sehr oder ziemlich zufrieden sind, wuchs nämlich gegenüber August gleich um 14 Prozentpunkte auf 71 Prozent - und das während des Flüchtlingsdurchzugs, der in Oberösterreich allerdings bisher gut "gemanagt" wurde. Wobei in Oberösterreich alle vier Landtagsfraktionen in der Regierung sitzen und sich zeigt, dass die Anhänger der FPÖ den niedrigsten Zufriedenheitswert haben, nämlich 48 Prozent.

(Bild: Krone-Grafik, thinkstockphotos.de)
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58 der 833 Befragten haben nicht gewählt, wobei der Protest gegen die aktuelle Politik der Bundesregierung mit 58 Prozent der Nennungen erst auf Platz vier der Nichtwahl-Motive liegt. Und 51 Prozent meinen, dass ihre Stimme ohnehin keinen Einfluss habe.

"Arbeitsplätze" vor "Flüchtlingsproblematik"
775 Menschen, also 93 Prozent der Befragten, gingen wählen und nannten IMAS ihre Motive dafür: Immerhin 20 Prozent sehen als Grund fürs Wählen "Weil mich ein Funktionär einer Partei angesprochen hat". Was hat die Menschen, die gewählt haben, thematisch am meisten bewegt? Hier gibt es eine Überraschung, denn auf Platz eins der Themenliste liegt mit einer Einstufung als "sehr wichtig" durch 83 Prozent die "Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen".

(Bild: Krone-Grafik, thinkstockphotos.de)
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(Bild: Krone-Grafik, thinkstockphotos.de)
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"Lösung der aktuellen Flüchtlingsproblematik" folgt mit 74 Prozent für "sehr wichtig" auf Platz zwei, nur unwesentlich vor dem Pflegethema, auf das die ÖVP im Wahlkampf stark gesetzt hatte. Eigentlich eher SPÖ-lastige Themen wie "Herstellung sozialer Gleichheit" (61 Prozent), "Einsatz gegen die Teuerung" (55 Prozent) und "Verbesserung der Verkehrspolitik" (43 Prozent) liegen auf hinteren Plätzen. "Maßnahmen für die Integration der Zuwanderer" liegen in der Wichtigkeit auch weit unten, mit 54 Prozent "Sehr wichtig"-Nennungen.

Landeshauptmann als Wahlmotiv
Und was waren die Gründe für das Kreuz bei einer bestimmten Partei? Betonen muss man, dass nur bei den ÖVP-Wählern der Spitzenkandidat wahlentscheidend war: "Wegen Landeshauptmann Josef Pühringer" sagen 66 Prozent, ebenso viele "Um Pühringer als Landeshauptmann für die kommenden Jahre abzusichern". Die anderen Spitzenkandidaten Reinhold Entholzer (SP), Manfred Haimbuchner (FP), Rudi Anschober (Grüne) und Judith Raab (NEOS) spielten als Person kaum eine Rolle.

Wann haben die Oberösterreicher entschieden, wen sie wählen? Nur 15 Prozent taten das im Intensivwahlkampf zwei, drei Wochen vor dem Urnengang. 85 Prozent wussten schon länger davor, wem sie ihre Stimme geben. Möglicherweise auch schon vor dem Anschwellen des Flüchtlingsstroms...

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