Do, 16. August 2018

Code geknackt

28.04.2006 12:15

Code im Sakrileg-Urteil entschlüsselt

Die geheime Botschaft, die ein lustiger Richter in die Urteilsschrift zum Plagiatsprozess um den Welt-Bestseller „Sakrileg“ von Dan Brown einbaut hat, ist geknackt. Die nach allen Regeln der Kunst verschlüsselte Botschaft wurde von einem anderen Juristen entschlüsselt. Der von der Seefahrt begeisterte Richter Peter Smith nutzte die Gelegenheit für einen Hinweis auf Lord John Fisher, einen der bekanntesten britischen Admiräle.

In der 71-seitigen Urteilsbegründung, mit der Anfang April die Abschreib-Vorwürfe von zwei Sachbuch-Autoren gegen Brown zurückgewiesen wurden, hatte Richter Smith zahlreiche Buchstaben kursiv setzen lassen.

Botschaft an alte Seefahrerlegende
Dem Londoner Rechtsanwalt Dan Tench gelang es nun, die Buchstaben in die richtige Reihenfolge zu bringen. Es ergibt sich: „Smithy Code: Jackie Fisher, who are you? Dreadnought.“ Zu Deutsch: „Schmittchens Code: Jackie Fisher, wer bist Du? Fürchtenichts.“

Lustiger Richter gibt's zu
Lord John - mit Spitznamen Jackie - Fisher (1840-1920) war einer der großen britischen Admiräle. Als Erster Seelord führte er zu Beginn des 20. Jahrhunderts bei der königlichen Marine die Großkampfschiffe ein. Das erste Schiff dieses Typus trug den Namen „Dreadnought“, eben „Fürchtenichts“. Fisher-Verehrer Smith bestätigte der Tageszeitung „The Guardian“, dass damit die Lösung gefunden sei.

Tüftler auf der ganze Welt versuchten Code zu knacken
Die verschlüsselte Botschaft in dem Urteil hatte Rätselfreunde in aller Welt zum Tüfteln gebracht. Der Richter hatte sich dabei an Browns Bestseller Sakrileg (Originaltitel: „The Da Vinci Code“) ein Beispiel genommen, in dem ebenfalls viel von Geheimbotschaften die Rede ist.

Urteil bleibt natürlich rechtskräftig
Mit dem Urteil hatte Smith die Klage der beiden Autoren Michael Baigent und Richard Leigh abgewiesen, die der Meinung waren, dass Brown aus ihrem Buch „Der Heilige Gral und seine Erben“ abgeschrieben hatte. Die kodierte Botschaft ändert an der Rechtskraft des Urteils natürlich nichts. Die Verfilmung von „Sakrileg“ kommt Mitte Mai in die Kinos.

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