Es ist eine Nachricht, die in ihrer Heimat tiefe Trauer und Fassungslosigkeit auslöst: Jene Österreicherin, die bei dem blutigen Anschlag in Krakau ums Leben kam, war erst 51 Jahre alt und stammte aus dem niederösterreichischen Marchfeld. Ihr Ehemann wurde bei dem Angriff ebenfalls verletzt, befindet sich aber zum Glück nicht in Lebensgefahr.
Schüsse, Schreie, Todesangst! Auf dem Hauptmarkt von Krakau spielten sich Samstagnachmittag entsetzliche Szenen ab. Um 15 Uhr war Schütze Michał O. (24) in militärischer Kleidung mit einem Auto auf den belebten Platz gefahren und hatte wahllos das Feuer eröffnet. Menschen rannten in Panik um ihr Leben, flüchteten in Geschäfte und Restaurants. Mittendrin: ein Urlauberpaar aus Lassee (NÖ). Eine zweifache Mutter (51) wurde von den Kugeln des Amokläufers tödlich getroffen, ihr Mann schwer verletzt. Weitere vier Polen und ein Brite starben.
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner zeigte sich zutiefst erschüttert: „Meine Gedanken sind bei der Familie und den Angehörigen der Opfer. Ihnen gilt mein tief empfundenes Mitgefühl. Den Verletzten wünsche ich von Herzen eine rasche und vollständige Genesung. Terror und Gewalt dürfen in unserer Gesellschaft keinen Platz haben.“
Zwei Polizisten wurden zu Helden
Zwei junge Polizisten (23 und 27), beide erst seit zwei Jahren im Dienst, stoppten den Amokläufer nach einem heftigen Schusswechsel. Dabei wurden beide schwer verletzt, verhinderten aber wohl noch mehr Tote. Unter den 16 Verletzten sind unter anderen Touristen aus Portugal, Deutschland, Großbritannien und Russland. Die verstörend dunkle Welt des Killers von KrakauNach dem Blutbad kam ans Licht, dass O. schon kurz zuvor weitere drei Menschen getötet hatte – seine eigene Familie.
Im fast 160 km entfernten Ostrowiec Świętokrzyski, wo der Täter noch zu Hause wohnte, entdeckten Ermittler die erschossenen Eltern (52 und 53) und die Schwester (21) des Schützen. Die Kunststudentin war zu Besuch gewesen. Der Schütze selbst liegt nach Operationen in kritischem Zustand im Spital. Die Ermittlungen fördern immer verstörendere Details über seine Vergangenheit zutage. Schon als Schüler zeichnete der verschlossene Einzelgänger Schulmassaker, Menschen am Galgen und Hakenkreuze. „Damals sagten wir, dass er wohl irgendwann wen umbringen wird“, erinnert sich eine ehemalige Mitschülerin. Beim Online-Unterricht saß er einmal mit einer Gasmaske vor der Kamera. Auch Nachbarn beschreiben ihn als wortkarg, meist schwarz gekleidet und mit tief ins Gesicht gezogener Kapuze.
Schütze besaß Waffen legal
Der gelernte Metallarbeiter war begeisterter Sportschütze, trainierte regelmäßig in einem Verein und hatte noch dazu eine offizielle Waffenbesitzgenehmigung. Doch laut Ermittlerkreisen war nicht das ganze Waffenarsenal legal. So wurden insgesamt elf Schusswaffen sichergestellt – darunter auch solche, für die weder er noch sein Vater eine Genehmigung hatten. Sein Vater, ein Elektriker, hatte ihn zum Schießsport gebracht.
Spezialisten untersuchen jetzt rechtsextreme Verbindungen und Aktivitäten des Schützen im Internet.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
Hinweis in eigener Sache: Das krone.at-Forum präsentiert sich ab sofort in neuem Design! Wir freuen uns über konstruktives Feedback. Damit die Diskussionen in den Kommentarbereichen beim jeweiligen Thema bleiben, können Sie uns Rückmeldungen hier hinterlassen.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.