Ein Bandscheibenvorfall wurde Martin Kramer beinahe zum Verhängnis. In der Klinik Oberwart erkannte ein Arzt trotz unklarer Befunde den Ernst der Lage und verhinderte durch eine Notoperation Schlimmeres.
Das hätte schlimm enden können! Martin Kramer aus Pinkafeld im Burgenland hatte schon länger mit Rückenschmerzen zu kämpfen. Doch als der zweifache Familienvater plötzlich sein linkes Bein und seinen Fuß kaum noch spürte, wurde aus dem bekannten Leiden ein gefährlicher Notfall.
„Ich habe sofort gemerkt, dass etwas nicht stimmt“, erinnert sich Kramer. Bereits Jahre zuvor war er wegen eines Bandscheibenvorfalls operiert worden. Als im Spätsommer erneut Schmerzen auftraten, vermuteten die Ärzte zunächst eine Bandscheibenvorwölbung. Medikamente brachten kurzzeitig Linderung, ehe sich sein Zustand innerhalb weniger Stunden dramatisch verschlechterte. „Solche Schmerzen kannte ich schon, aber dass ich mein Bein und meinen Fuß nicht mehr richtig spüre, war eine ganz andere Situation.“
In der Klinik Oberwart stand Neurochirurg Dzmitry Kuzmin vor einer schwierigen Entscheidung. Weder MRT noch CT zeigten eindeutig, was die Ausfälle verursachte. Dennoch ordnete er eine sofortige Notoperation an. Erst dabei kam die Ursache ans Licht: Ein rund zwei Zentimeter großes, abgelöstes Bandscheibenstück drückte im Bereich der Lendenwirbelsäule auf die Nerven. „Bei solchen Ausfällen zählt jede Stunde“, erklärt Kuzmin.
Wie ernst die Lage war, erfuhr Kramer erst danach. „Mir wurde danach erklärt, dass es einen Tag später womöglich schon zu spät gewesen wäre. Wenn man hört, dass man sein Bein vielleicht nie wieder richtig bewegen hätte können, geht einem das schon sehr nahe. Das sind die Dinge, über die man normalerweise gar nicht nachdenkt.“
Schon am nächsten Tag wieder auf den Beinen
Die Operation verlief erfolgreich. Bereits am nächsten Tag konnte Kramer wieder gehen. Derzeit befindet er sich auf Rehabilitation. Möglich wurde die rasche Hilfe durch die Neurochirurgie der Klinik Oberwart. Die im Rahmen der Gesundheitsoffensive des Landes aufgebaute Abteilung unter Primarius Günther Feigl verzeichnete im ersten Jahr mehr als 650 Operationen, rund 250 radiologischen Eingriffe und über 1800 ambulant behandelte Patienten. Das Angebot reicht von Wirbelsäulen- bis zu komplexen Hirnoperationen und zieht auch Patienten aus anderen Bundesländern und dem Ausland an.
Für Kramer war vor allem die Nähe zu seiner Familie wichtig. „ Gerade wenn man nicht weiß, wie es weitergeht, ist es viel wert, wenn die Familie in der Nähe sein kann.“ Seinem behandelnden Arzt und dem Team ist er dankbar. Jetzt freut er sich vor allem auf eines: den Tag, an dem er wieder mit seinen Kindern Fußball spielen kann.
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