„Klagen zu teuer“

Pilz-Medium „ZackZack“ muss Konkurs anmelden

Medien
06.11.2026 16:35

Sieben Jahre, nachdem Peter Pilz sein eigenes Online-Portal „zackzack.at“ ins Internet schickte, ist Schluss. Wegen mehrerer Artikel in der Causa Pilnacek setzte es Klagen, nun meldete die Zack Media GmbH am Freitag Insolvenz an. Laut Pilz seien die geforderten Summen zu hoch gewesen. 

Er wolle sich „für eine ganz tolle Zeit, für sieben außergewöhnliche Jahre“ bedanken, beginnt Pilz ein am Freitagnachmittag veröffentlichtes Video, in dem er das Ende von „ZackZack“ verkündet. Es sei „eine Besonderheit gewesen, dass sich ein paar Leut‘ zamtun und Geschichten recherchieren, die es sonst so in Österreich nicht gegeben hätte“, so der Ex-Politiker weiter. 

Paradethema Pilnacek
Und deren Recherchen, so zumindest Pilz‘ Auffassung, auch zu einem Untersuchungsausschuss geführt hätten. Allerdings war es just dieses Thema, dass nun zum Ende des Mediums geführt habe, nämlich die Causa um den 2023 verstorbenen, früheren Justiz-Sektionschef Christian Pilnacek.

Der einstige Spitzenbeamte der Republik war damals tot in einem Seitenarm der Donau gefunden worden. Die Umstände seines Todes, der politische Wirbel danach und die daraus resultierende Kritik an Justiz und Polizei beschäftigen den von der FPÖ initiierten U-Ausschuss nach wie vor, eine Verlängerung wurde eben erst beschlossen. 

Pilz hatte zu dem Thema auch zwei Bücher veröffentlicht, gegen die mehrere Polizeibeamte geklagt hatten. Auch die Witwe des verstorbenen Sektionschefs hatte gegen Pilz juristische Schritte angestrengt. Nun sei es erneut zu Klagen gekommen, berichtet Pilz in seiner Videobotschaft: „Die waren am Ende so groß, so massiv, dass wir am Ende wirtschaftlich keine Chance mehr hatten.“

Anwalt Rami: „Summen vollkommen unrealistisch“
Die „Krone“ berichtete bereits vor einigen Wochen über diese Klagen, Anwalt Michael Rami widersprach damals Pilz‘ Darstellung. Die von Pilz kolportierten Summen „sind vollkommen unrealistisch“. 100.000 Euro pro Forderung seien eine Obergrenze, die in der Regel nicht ausgeschöpft werde. Die Rechnung von Pilz sei damit ein „theoretischer, gesetzlicher Höchstrahmen“.

Dennoch müsste das Medium theoretisch für den Fall der Fälle Rücklagen bilden in der besagten Höhe. Dies sei für die Zack Media GmbH nicht möglich, hieß es. Pilz will jedenfalls weitermachen. Er hat bereits einen Blog auf der Plattform Steady eröffnet, wo er sich zuletzt wieder dem Thema Pilnacek widmete, beziehungsweise dem Bundespolizeipräsidenten Michael Takacs. Der Pilz bereits mehrfach klagte. 

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