Ein landesweiter Schwerverkehrs-Kontrolleinsatz brachte in Tirol unzählige Verstöße und teils erhebliche Sicherheitsmängel ans Licht. 24 Lkw-Lenkern wurde vorübergehend sogar die Weiterfahrt untersagt, drei Kennzeichen wurden abgenommen. Am häufigsten wird noch bei den Lenk- und Ruhezeiten getrickst. Erfreulich dafür: Alle Alkotests verliefen negativ.
Insgesamt 221 Schwerfahrzeuge wurden am Donnerstag zwischen 9 und 17 Uhr auf den Tiroler Straßen überprüft. Kontrolliert wurde sowohl auf den wichtigen Transitrouten A12, A13 und S16 als auch auf zahlreichen Bundes- und Landesstraßen. Dazu zählten unter anderem die Fernpassstraße, die Reschenstraße, die Loferer Straße, die Drautalstraße, die Seefelder Straße, die Tiroler Straße, die Achenseestraße und die Zillertalstraße.
Bei den Überprüfungen standen insbesondere die Einhaltung der Lenk- und Ruhezeiten, die Beladung und Ladungssicherung, der technische Zustand der Fahrzeuge sowie die Vorschriften für Gefahrguttransporte im Mittelpunkt.
24 Lenkern wurde Weiterfahrt untersagt
Die Konsequenzen waren teilweise erheblich: 24 Lenkern wurde die Weiterfahrt vorübergehend untersagt, bis der gesetzmäßige Zustand hergestellt war. In drei Fällen mussten aufgrund gravierender technischer Mängel mit Gefahr im Verzug die Kennzeichen abgenommen werden.
Besonders auffällig waren die festgestellten Verstöße gegen die EU-Sozialvorschriften. Insgesamt registrierten die Beamten 784 Übertretungen im Zusammenhang mit Lenk- und Ruhezeiten.
784 Übertretungen bei Lenk- und Ruhezeiten
125 technische Mängel, darunter Probleme mit Bereifung, Radlagern, Bremsen und Beleuchtung
153 sonstige Übertretungen, etwa gegen gewerberechtliche Vorschriften, Ausrüstungspflichten, Gurtpflicht und Fahrverbote
22 Gewichtsüberschreitungen
Neun Verstöße gegen Gefahrgutbestimmungen
Zwei Fälle fehlender oder unzureichender Ladungssicherung
Zusätzlich wurden laut Polizei von ausländischen Verkehrsteilnehmern insgesamt 147 Sicherheitsleistungen eingehoben.
Beweismittel offenbar gefälscht
Neben den Verwaltungsübertretungen stellten die Einsatzkräfte auch mehrere Sachverhalte fest, die strafrechtlich relevant sein könnten.
In vier Fällen besteht der Verdacht, dass durch Manipulationen an den Aufzeichnungen der Lenk- und Ruhezeiten Beweismittel gefälscht wurden. Darüber hinaus wurde ein gefälschter Frachtbrief festgestellt, der offenbar dazu dienen sollte, ein bestehendes Lkw-Fahrverbot zu umgehen.
Die betreffenden Fälle werden wegen des Verdachts der Fälschung eines Beweismittels gemäß § 293 StGB der Staatsanwaltschaft Innsbruck angezeigt.
Alle Alkoholvortests negativ
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Überprüfung der Fahrtüchtigkeit. Bei sämtlichen kontrollierten Lenkern wurde ein Alkoholvortest durchgeführt. Alle Tests seien negativ verlaufen, so die Polizei.
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