Es ist erst Anfang November und schon sperren die ersten Christkindlmärkte in der Stadt auf. Doch ist es dafür nicht noch zu früh? Die „Krone“ war am Stephansplatz und vor dem Schloss Schönbrunn unterwegs, mischte sich unter Besucher und Standler – und fragte nach.
Während mancherorts erst die letzten Herbstblätter von den Bäumen fallen, macht sich sieben Wochen vor dem Heiligen Abend in Wien bereits kräftig Weihnachtsstimmung breit. Beginnt die Christkindl-Stimmung immer früher. Die ersten Beleuchtungen funkeln in der Stadt ja schon seit Anfang November – wir berichteten. Beim „Krone“-Lokalaugenschein am Stephansplatz sind am Eröffnungstag schon um die Mittagszeit recht viele Besucher unterwegs.
Der große Andrang hält sich Freitagmittag allerdings noch in Grenzen. Am meisten ist vor den Punsch- und Gastroständen los. Die meisten Besucher sind hier im Herzen der Stadt aber eindeutig die Touristen. Inês (16) und Luisa (14) aus Porto (Portugal) sind etwas überrascht, dass die Christkindlmärkte bei uns bereits offen sind, freuen sich aber trotzdem. Der teuerste Punsch kostet in der City stolze 8,50 Euro: Beefeaters beschwipste Beeren. Beim Stand von Lilly und Ines kosten zwei Orangenpunsch 12,40 Euro. „Der Glühwein ist um 40 Cent teurer geworden, geht aber trotzdem am besten“, erklärt Standlerin Ines.
Es ist doch nie zu früh für einen Punsch! Ich wohne seit zwei Jahren in Wien und bin schon jetzt total im Weihnachtsfieber. Das Flair ist einfach einzigartig hier.

Saray Borrego (27)
Krankenschwester
Bild: Martin A. Jöchl
Anfang November ist schon sehr zeitig für einen Weihnachtsmarkt. Einen Punsch habe ich mir trotzdem geholt. Es geht doch nur ums Geld und um das Geschäft.

Johann Grasserbauer (73)
Pensionist
Bild: Martin A. Jöchl
Es sind schon sehr viele Touristen in Wien und die Nachfrage nach Weihnachten ist eindeutig schon da. Von mir aus könnten wir noch früher aufsperren.

Bettina Kissner (55)
Standlerin
Bild: Martin A. Jöchl
So lange wie keiner: Zwei Monate Christkindlmarkt
Wie jedes Jahr macht auch der Weihnachtsmarkt in Schönbrunn den Auftakt im großen Christkindlmarkt-Reigen. Exakt zwei Monate lang (von 6. November bis inklusive 6. Jänner) wird dort vor imperialer Kulisse Punsch getrunken. Kein Markt in Wien ist länger geöffnet. Während anderswo spätestens am oder kurz vor dem 24. Dezember geschlossen wird, fängt hier das Geschäft mit den Neujahrsurlaubern erst so richtig an. Auch am Freitag waren in Schönbrunn bereits vor der offiziellen Eröffnung sehr viele Besucher unterwegs.
Das Weihnachtsfest ist ein überaus bedeutender Wirtschaftsfaktor für die Bundeshauptstadt: So stiegen im Jahr 2024 zwischen Mitte November und Weihnachten die Ausgaben in Wien insgesamt, im Vergleich zu den sechs Wochen vor der Eröffnung der Märkte, um knapp 30 Prozent.
Dabei ist das erst der Anfang: Insgesamt 15 Christkindl- und Weihnachtsmärkte mit 814 bewilligten Ständen hat das Wiener Marktamt für heuer genehmigt. Darunter befinden sich 198 Gastronomiestände, die mit Punsch, Glühwein und allerlei Köstlichkeiten für das leibliche Wohl sorgen. Richtig los geht es aber erst ab dem 20. November: Ab diesem Wochenende sind die Wiener Weihnachtsmärkte dann weitgehend in vollem Betrieb.
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