Einen umweltfreundlichen Datencenter-Campus will die Burgenland Energie in Nickelsdorf (Bezirk Neusiedl am See) entwickeln. Gespräche mit Investoren laufen bereits. Profitieren soll davon auch die Bevölkerung.
Der mögliche Standort in Nickelsdorf bei der A4 (Ostautobahn) hatte im vergangenen Sommer für eine heftige politische Debatte gesorgt. Gewarnt wurde von Kritikern, wie berichtet, vor allem wegen möglicher hoher Wasserentnahmen. Als Folge beschloss das Land zehn Umsetzungskriterien, die nun Basis für das Projekt der Burgenland Energie ist. Festgeschrieben ist darin unter anderem ein der geschlossene Wasserkreislauf, um Verschwendung zu verhindern.
Entstehen soll nun ein „grüner Datencenter-Campus“. Burgenland-Energie-Vorstandschef Stephan Sharma betonte, dass das Burgenland bei Naturschutz, Artenschutz und Erneuerbarer-Erzeugung in Österreich Vorreiter sei. „Wir wollen auch bei grünen Datencentern die Nummer 1 sein“, gab er die Marschroute vor. Es gelte, die Chancen für die Bevölkerung und die Betriebe zu nutzen. „Datencenter sind Teil unseres täglichen Lebens geworden“, so Sharma und verwies auf die digitale Zahlung, das Internet, die Energieversorgung oder die Lebensmittelversorgung.
Abwärme wird zum Heizen genutzt
Im Unterschied zu grauen Rechenzentren soll das grüne Datencenter im Burgenland einen geschlossenen Kühlwasserkreislauf aufweisen und Batterien statt Dieselaggregaten nutzen. „Die Abwärme kann zum Heizen für die Haushalte in Nickelsdorf und die Landwirtschaft verwenden“, erklärte Sharma. Durch das Datencenter würden auch die Netzkosten im gesamten Burgenland sinken. Zugleich würden auch neue Arbeitsplätze entstehen.
Laut dem Burgenland-Energie-Vorstandschef gibt es „sehr viele Interessenten“, auch für etwaige andere Standorte im Burgenland. In dieser Größenordnung sei Nickelsdorf aber das einzige Projekt. Aktuell werden Gespräche geführt und sobald ein Investor die entsprechenden Kriterien erfüllt, soll die Öffentlichkeit informiert werden.
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