Allein der Strombedarf Oberösterreichs steigt bis 2040 um 63 Prozent, zeigt eine Berechnung des Energieforschers Jürgen Neubarth. Treiber der Entwicklung sind Rechenzentren und die Elektrifizierung der Industrie. Umweltlandesrat Stefan Kaineder fordert jetzt erneut einen Ausbau der Windkraft.
Strom wird zum neuen Gold – umso mehr, wenn man den Berechnungen des Energieexperten Jürgen Neubarth folgt. Der Forscher hat im Auftrag der Erneuerbare Energie Österreich eine Analyse zu Oberösterreich erstellt. Ergebnis: Der Strombedarf des Bundeslandes wird von derzeit jährlich 16 Terawattstunden bis 2040 um 63 Prozent auf 26 Terawattstunden steigen. Durch neue Serverfarmen könnte der Verbrauch sogar noch weiter auf rund 30 Terawattstunden ansteigen.
Treiber der Entwicklung ist neben Rechenzentren (wie jenes von Google in Kronstorf) die Elektrifizierung der Industrie (etwa durch den Elektrolichtbogenofen der Voestalpine). E-Autos und Wärmepumpen tun ihr Übriges.
OÖ ist zum Stromimporteur geworden
Gleichzeitig musste Oberösterreich in den vergangenen Jahren Strom importieren, um den Bedarf abdecken zu können. Eine mögliche Lösung sieht Neubarth in Windrädern. Sie würden einen großen Teil ihres Stroms im Winterhalbjahr produzieren und seien daher eine „ideale Ergänzung“ zu Wasserkraft und Photovoltaik, die ihre höchsten Erträge im Frühling und Sommer erzielen.
Ausschlusszonen sollen ad acta gelegt werden
Umweltlandesrat Stefan Kaineder (Grüne) kritisiert angesichts der Analyse einmal mehr: „Elf Jahre lang hat die schwarz-blaue Landesregierung den Ausbau der Windkraft ausgebremst und wertvolle Zeit verspielt.“ Der heurige Dürre-Sommer mit Wasserkraft-Einbußen untermaure den Bedarf nach Windkraft, so Kaineder. Von der neuen Wirtschaftslandesrätin Christiane Frauscher (ÖVP) fordert er, die geplanten, aber bisher nicht beschlossenen Windkraft-Ausschlusszonen ad acta zu legen.
Wenn wir beim Ausbau der Windkraft auf der Bremse stehen, treiben wir Oberösterreich tiefer in die Abhängigkeit von Stromimporten.

Stefan Kaineder (Grüne), Umweltlandesrat
Bild: Markus Wenzel
Aktuell stammen weniger als ein Prozent der Stromerzeugung in Oberösterreich aus Windkraft. Den Löwenanteil macht mit fast zwei Drittel die Wasserkraft aus. Rund 20 Prozent der Stromerzeugung machen nach wie vor fossile Energieträger aus.
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