Die deutsche AUA-Muttergesellschaft Lufthansa und die irische Billigairline Ryanair haben höhere Ticketpreise im kommenden Jahr angekündigt. Der Hintergrund ist der anhaltend hohe Kerosinpreis aufgrund des Kriegs im Nahen Osten. Ryanair geht von einem zweistelligen Anstieg der Flugticketpreise 2027 aus.
Die Airline müsste ihre Preise eigentlich um 20 Prozent erhöhen, um den Kostenaufstieg aufzufangen, sagte Ryanair-Chef Michael O‘Leary. Dieses Ausmaß lasse sich am Markt aber wahrscheinlich nicht durchsetzen. Der irische Billigflieger steckte die stark gestiegenen Kerosinpreise im wichtigen Sommerquartal von Juli bis September noch gut weg. Für das kommende Geschäftsjahr bis Ende März 2028 rechnet O‘Leary jedoch mit Mehrausgaben von rund zwei Milliarden Euro. Für das laufende Geschäftsjahr bis Ende März 2027 sei der Kerosinbedarf noch bis zu 80 Prozent preislich gesichert.
Die Ticketpreise liegen laut dem Unternehmen derzeit moderat höher als ein Jahr zuvor. Der weitere Anstieg im zweistelligen Bereich 2027 werde nicht reichen, um das hohe Ölpreisniveau auszugleichen. Das Management denkt derzeit über Gehalts-Nullrunden für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Kündigungen und die Überprüfung der Verträge mit Flughäfen nach. Auch der verstärkte Einsatz von KI könne die Kosten senken, hieß es. „Wir müssen uns wohl darauf einstellen, dass das Ölpreisniveau in den kommenden zwölf Monaten hoch bleiben wird. Wir werden also den Gürtel enger schnallen müssen“, sagte Finanzchef Neil Sorahan.
Das droht der AUA
„Die Ticketpreise werden im nächsten Jahr zweistellig steigen, das sehen wir auch so“, sagte auch Lufthansa-Chef Carsten Spohr am Dienstag. Schon im vierten Quartal 2026 gebe es einen zweistelligen Anstieg der Flugticketpreise. „Wir brauchen sie, um die Kerosinkostensteigerung umzusetzen.“ Die Nachfrage ist laut dem Unternehmen derzeit dennoch robust.
Bei der Austrian Airlines (AUA) steht die Zukunft der Langstrecke infrage. Die Fluglinie teilte am Dienstag mit, keine neuen Langstreckenflugzeuge vom Mutterkonzern Lufthansa zu bekommen. Die fünf fabriksneuen Dreamliner würden anderweitig eingesetzt werden. Aufgrund der Rekordkosten für Kerosin stehen mehrere Verbindungen auf dem Prüfstand. Zum Ende des Sommerflugplans wurden bereits die Verbindung Wien-Graz aus dem Streckennetz genommen und in Summe bisher fünf Prozent der Kapazitäten im Winterflugplan 2026/27 im Vergleich zum Vorjahr reduziert.
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