Bei der Lufthansa-Tochter AUA ist die Modernisierung ihrer Langstrecken-Flotte in Gefahr. Fünf neue 787-Dreamliner-Maschinen könnten bei anderen Marken des Konzerns landen, die mehr Geld verdienen. AUA-Chefin Annette Mann sieht die Politik am Zug und fordert eine Senkung der Ticketsteuer.
Weil Österreich für Fluggesellschaften als Standort sehr teuer ist, könnten die Austrian Airlines bei den Maschinen der Mutter Lufthansa, die ab Mitte 2027 für die AUA geplant waren, das Nachsehen haben. Bekanntlich will die Fluglinie bis ins Jahr 2029 die alten Boeing 767 sowie die Boeing 777 gegen die neuen 787-Dreamliner-Modelle tauschen. Drei dieser fortschrittlichen und kerosinsparenden Maschinen sind bereits im Einsatz, zwei kommen bis Jahresende und zwei weitere bis Mitte 2027 hinzu.
Danach sah der Plan vor, weitere fünf nagelneue von der Lufthansa bestellte Flieger zu erhalten. Doch aufgrund der in Österreich hohen Abgaben und damit geringeren Gewinne wackelt dieser Plan gewaltig. Der Konzern könnte die Fluggeräte bei lukrativeren Konzerntöchtern einsetzen.
Vor dem Hintergrund der im europäischen Vergleich bei uns fast doppelt so hohen staatlichen Standortkosten braucht es wettbewerbsfähigere Rahmenbedingungen.

AUA-Chefin Annette Mann
Bild: Austrian/DBS
Standortkosten in Österreich deutlich stärker gestiegen
Insbesondere die hierzulande hohen Standortkosten sind AUA-Chefin Annette Mann ein Dorn im Auge. Diese stiegen seit dem Jahr 2019 um 85 Prozent, während es in ganz Europa im Durchschnitt nur 47 Prozent Anstieg waren. „Gerade vor diesem Hintergrund braucht es wettbewerbsfähigere Rahmenbedingungen und jetzt eine signifikante Standortentlastung“, betont die Managerin.
AUA-Chefin fordert Senkung der Ticketsteuer auf acht Euro
Nötig sei daher eine Reduktion der Ticketsteuer von zwölf auf acht Euro pro Passagier. Die vom Verkehrsminister Peter Hanke in Aussicht gestellten 60 Millionen Euro decken den Bedarf nicht ab.
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