Die ETH Zürich entwickelt derzeit einen neuen Satelliten, um Sonnenstürme zu erforschen. „Ethos“ soll das Weltraumwetter ab 2030 präziser vorhersagen. Der Satellit ist rund 25 bis 30 Kilogramm schwer und wird mit mehreren wissenschaftlichen Instrumenten ausgestattet.
Diese messen unter anderem die von der Sonne abgestrahlte Energie sowie Röngten - und extreme Ultraviolettstrahlung bei Sonneneruptionen. Weitere Instrumente beobachten Veränderungen in der Ionosphäre, einer elektrisch geladenen Schicht der oberen Erdatmosphäre, und bestimmen die Umlaufbahn des Satelliten mit hoher Präzision.
Die Kombination der Messungen soll zeigen, wie Schwankungen der Sonnenaktivität die Ionosphäre verändern und sich dadurch die Dichte der oberen Atmosphäre sowie der Luftwiderstand für Satelliten verändern. Die gesammelten Daten können laut den Forscherinnen und Forschern dazu beitragen, das Weltraumwetter besser vorherzusagen und Satellitenbetreiber frühzeitig vor möglichen Bahnveränderungen zu warnen. Auch für die Klimaforschung könnten sie genutzt werden, hieß es.
Das sind mögliche Folgen von Sonnenstürmen
„Ethos“ soll zudem die langfristige Beobachtung der Sonnenstrahlung unterstützen. Mehrere bestehende Messmissionen erreichen voraussichtlich um 2030 das Ende ihrer Lebensdauer. Das Team der ETH Zürich entwickelt die Mission derzeit mit dem Physikalisch-Meteorologischen Observatorium Davos, der Universität Bern und der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL). Der Satellit selbst stammt von einem kommerziellen Anbieter.
Die Sonne sendet ständig Strahlung und geladene Teilchen in den Weltraum. Von einer Sonneneruption spricht man, wenn dieser Strom für kurze Zeit in einem Gebiet deutlich stärker ist als sonst. Die Strahlung und die Teilchen, die dabei entstehen, bewegen sich durchs All und können auf die Erde treffen. Das Folgephänomen, das dort in Gang gesetzt wird, ist ein Sonnensturm. Mögliche Auswirkungen sind Polarlichter, aber auch Beeinträchtigungen von Satelliten, GPS, Handy- und Stromnetzen sowie der Navigation des Flugverkehrs. Bisher ist es laut der ETH Zürich nur möglich, ungenau Vorhersagen zu der Reaktion der Atmosphäre auf die Sonne zu treffen.
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