Bei Langstreckenflug

Auch Vögel können von Art Jetlag betroffen sein

Wissen
02.11.2026 09:49
Porträt von krone.at
Von krone.at

Auch Vögel können bei Langstreckenflügen von einer Art Jetlag betroffen sein. Zu diesem Ergebnis kam jetzt eine Studie der Universität Oxford (England). Demnach weicht die innere Uhr der Vögel teils ab, wenn sie lange Distanzen über den Atlantik hinweg zurücklegen.

Üblicherweise orientieren sich viele Tiere, wie auch Vögel, am Stand der Sonne. Die innere Uhr helfe ihnen, diesen korrekt zu interpretieren, schrieben die Forscherinnen und Forscher in der Fachzeitschrift „Science“. Wenn Vögel innerhalb eines Tages weite Strecken nach Osten oder Westen flögen und sich ihre innere Uhr nicht schnell genug an die jeweilige Ortszeit anpasse, könne es passieren, dass sie den Stand der Sonne fehlinterpretieren und geringfügig von ihrem Kurs abweichen, hieß es.

„Es ist erstaunlich, wenn man bedenkt, dass Milliarden von Zugvögeln sich nach der Sonne orientieren und sich dabei auf ihre inneren Uhren verlassen, die still vor sich hin ticken, und dass Fehler in diesen Uhren dazu führen können, dass sie geringfügig vom Kurs abweichen“, sagte Forschungsleiter Patrick Lewin. Trotz der Kursänderung legten die Tiere aber keine großen Umwege zurück. Das Forschungsteam führt das darauf zurück, dass die Tiere im Laufe des Flugs ihre Position vermutlich immer wieder neu bewerten und anpassen würden. Auf einem tausend Kilometer langen Flug bei durchschnittlich sieben Grad Abweichung würden nur ungefähr fünf zusätzliche Flugstunden anfallen.

Tausende Flüge ausgewertet
Das Team hat GPS-Tracking-Daten ausgewertet, die 20 Jahre lang bei Atlantiksturmtauchern gesammelt wurden – bei insgesamt 3688 Flügen. Statistische Modelle halfen dabei, die Abweichungen vom erwarteten Kurs zu bestimmen und mit dem jeweiligen Sonnenstand in Verbindung zu setzen. Wie bei Menschen zeigte sich der Jetleg-Effekt lediglich bei Ost-West-Flügen. Allerdings legten viele Zugvögel auch Ost-West-Distanzen zurück, weil sie etwa die Alpen oder das Mittelmeer umfliegen, sagte Lewin. In diesen Fällen könne der Zeitverschiebungs-Effekt eine Rolle spielen.

Atlantiksturmtaucher brüten laut den Forscherinnen und Forschern auf Inseln vor der Westküste von Großbritannien und Irland. Auf der Suche nach Nahrung fliegen sie regelmäßig Hunderte Kilometer. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass Tiere dieselbe Diskrepanz zwischen ihrer inneren Uhr und der äußeren Zeit erleben wie wir beim Jetlag“, fasste Lewin zusammen. Weitere Auswirkungen auf Verhalten oder Gesundheit seien nicht untersucht worden.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Hinweis in eigener Sache: Das krone.at-Forum präsentiert sich ab sofort in neuem Design! Wir freuen uns über konstruktives Feedback. Damit die Diskussionen in den Kommentarbereichen beim jeweiligen Thema bleiben, können Sie uns Rückmeldungen hier hinterlassen.

krone.tv

Top 3
Top Gutscheine
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung