Menschen von nebenan

Profi verrät uns Geheimnis der perfekten Maroni

Wien
02.11.2026 11:00

Seit Teenagerjahren röstet Thomas Naschenweng Maroni. Im „Krone“-Interview spricht er auch über die Herausforderungen und gibt Tipps für die Köstlichkeiten zuhause.

„Krone“: Wie sind Sie Maronibrater geworden?
Thomas Naschenweng: Das ist bei uns eine Familiensache, seit über 20 Jahren. Meine Eltern haben erst einen eigenen Ofen entwickelt. Mit der Zeit ist dann immer mehr dazugekommen. Jetzt ist mit meinem Bruder und mir schon die nächste Generation dabei.

Wie läuft eine Saison ab?
Sie geht von Oktober bis Ende Feber, die Anfragen kommen aber schon im Sommer. Gebucht werden wir für Firmen- und Weihnachtsfeiern, Herbstfeste oder als Aperitif bei Hochzeiten. Jedes Jahr sind wir auch an Unis, da stürzen sich die Studenten drauf.

Was macht Ihnen am meisten Spaß am Maronibraten?
Der Kontakt mit den Kunden. Viele staunen über den Ofen und erzählen, was sie daheim schon alles probiert haben, damit sie Maroni auch so gut hinbekommen. Aber meistens funktioniert es nicht, wenn sie es selber machen.

Was raten Sie denen, die es daheim probieren wollen?
Das Wichtigste ist das Ausgangsprodukt. Die Schale soll glänzen, die Maroni prall sein. Lässt sie sich eindrücken oder ist das Sackerl auffallend leicht, ist sie zu lange gelegen. Das nächste ist das Einschneiden. Man muss die Schale und die dünne Haut darunter schneiden, aber nicht ins Fruchtfleisch. Wenn man die Maroni nicht schneidet, kann der Dampf nicht entweichen und die Maroni fetzt es auf. Das Backrohr soll 180 bis 200 Grad haben, man kann auch ein Schälchen Wasser dazustellen. Wenn alles passt, lachen sie dich beim Aufmachen an. Wir nennen es das goldene Lächeln.

Wie ist es, in der Kälte zu arbeiten?
Der Ofen gibt gut Hitze ab, es ist wie ein Heizkörper. Natürlich gibt es auch sehr kalte Tage. Aber dann zieh’ ich mich halt wärmer an.

Wie geht es der Branche?
Der Klimawandel macht uns zu schaffen. Weil die Sommer immer heißer werden, ist hin und wieder eine schlechte Lieferung dabei. Dazu kommen die Spritpreise, die seit dem Krieg in der Ukraine gestiegen sind. Der Transport macht die Maroni teurer, deshalb arbeiten wir jetzt auch mit lokalen Bio-Produzenten zusammen.

Nach so vielen Jahren: Können Sie Maroni überhaupt noch sehen?
Ja, von Maroni bekomme ich nicht so schnell genug. Ich koste auch immer vorher. Maroni machen einfach gute Laune. Außerdem sind Maroni sehr gesund. Sie haben viele wertvolle Nährstoffe, wenig Fett und sind sogar glutenfrei.

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