Das kann Folgen haben

Rissgefahr! Millionen Kondome zurückgerufen

Ausland
30.10.2026 16:41
Porträt von krone.at
Von krone.at

Ein Verhütungsmittel soll eigentlich Sicherheit bieten – doch bei Millionen Kondomen könnte genau das Gegenteil der Fall sein. Wegen möglicher Herstellungsfehler hat Frankreich nun einen europaweiten Rückruf von rund sieben Millionen Stück veranlasst. Die Behörden warnen vor einem besonders unangenehmen Risiko.

Betroffen sind 15 verschiedene Kondomsorten eines malaysischen Herstellers. Bei den Produkten mehrerer Marken wurden Mängel in der Latexschicht festgestellt. Deren Dicke und Qualität schwanken offenbar so stark, dass die Kondome reißen oder undichte Stellen aufweisen können.

Auf der Liste der betroffenen Marken stehen My Lubie, Einhorn, Adloran, R&S Consumer Goods, Amor, Primeros und You Me. Allerdings sind nicht sämtliche Produkte dieser Hersteller betroffen, sondern nur bestimmte Kondomtypen und Chargen.

Acht Nutzer meldeten bereits Risse
Die möglichen Folgen sind erheblich. Wenn ein Kondom während des Geschlechtsverkehrs reißt oder unbemerkt Löcher aufweist, kann das sowohl eine ungewollte Schwangerschaft als auch eine Ansteckung mit sexuell übertragbaren Krankheiten zur Folge haben.

Seit den ersten Rückrufaktionen im Sommer haben nach Angaben der französischen Behörden acht Nutzer gerissene Kondome gemeldet. Die Vorfälle wurden mit jenen Chargen in Verbindung gebracht, die bei Untersuchungen als mangelhaft und gefährlich eingestuft worden waren.

Erste Rückrufe hatten im Sommer zunächst rund 300.000 Kondome in Frankreich betroffen. Die anschließenden Ermittlungen führten die Behörden zu dem malaysischen Hersteller. Besonders betroffen sind dessen Produktreihen besonders dünner Kondome.

Verkaufsstopp für ein ganzes Jahr
Die französischen Behörden haben inzwischen einen Import- und Verkaufsstopp für die 15 betroffenen Kondomtypen verhängt. Dieser gilt zunächst für ein Jahr und kann bei Bedarf verlängert werden. Zusätzlich wurde ein Rückruf jener Produkte angeordnet, die bereits in Frankreich verkauft worden waren. Die Behörden warnen, dass fehlerhaft hergestellte Kondome weiterhin im Handel oder bereits im Besitz von Konsumenten sein könnten.

Eine separate Warnung deutscher Behörden zu den betroffenen Produkten sowie Angaben dazu, in welchem Umfang sie dort verkauft wurden, lag zunächst nicht vor. Bereits beim Rückruf im Sommer waren auch online vertriebene Kondome betroffen gewesen.

Wer eines der beanstandeten Produkte verwendet hat, dem empfehlen die französischen Behörden, sich auf sexuell übertragbare Krankheiten und gegebenenfalls auch auf eine Schwangerschaft testen zu lassen. Wie groß der Markt ist, zeigt ein Blick auf die Verkaufszahlen: Allein 2024 wurden in Frankreich mehr als 115 Millionen Kondome verkauft.

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