Ein Burgenländer ignorierte das Anhaltesignal und stieg aufs Gas. Der Beamte konnte sich im letzten Moment mit einem Sprung retten. Warum er sich ohne Lenkerberechtigung hinters Steuer gesetzt hatte? „Meine Katze hatte Hunger. Ich wollte Futter holen.“ Der 29-Jährige wird zu 18 Monaten bedingt verurteilt.
Irgendwie nicht unkomisch, dass der 29-Jährige mit dem Stoffsackerl einer Fahrschule Richtung Anklagebank marschiert. „Ich bin schon mehrmals zur Prüfung angetreten und immer durchgefallen“, sagt der Nordburgenländer, dessen Katze am 8. August gegen 22 Uhr vom Hunger übermannt worden sein soll. Also borgte er sich von einem Freund das Auto, um Futter zu besorgen.
„Der Motor hat aufgeheult“
In Neusiedl am See stand Inspektor G. mit einer roten Lampe in der Hand auf der Unteren Hauptstraße, um das kommende Fahrzeug anzuhalten und den Lenker zu überprüfen. „Erst ist er langsamer geworden und dann voll ins Gas gesprungen. Der Motor hat aufgeheult. Im letzten Moment sprang ich zur Seite. Mit hohem Tempo ist er davongefahren“, berichtet der Beamte im Zeugenstand. „Es war Glück, dass mir nichts passiert ist.“ In der Folge soll der Arbeiter mit mehr als 100 km/h einen Fußgänger gefährdet haben, der die Straße auf einem Zebrastreifen überqueren wollte. Dieser Vorwurf wird jedoch beim Prozess mangels Beweisen fallengelassen.
„Eine Kurzschlussreaktion“
„Es tut mir fürchterlich leid“, sagt der Unbescholtene, der sich am Landesgericht wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt und schwerer Körperverletzung zu verantworten hat. „Mich hat die Panik gepackt, weil ich ja keinen Führerschein habe. Es war eine Kurzschlussreaktion, die nicht zu entschuldigen ist. Ich leide heute noch unter Schlaflosigkeit.“
Inspektor G. und eine Kollegin hatten sofort die Verfolgung aufgenommen und konnten den 29-Jährigen, der das Auto abgestellt und sich zu Fuß aus dem Staub machen wollte, rasch fassen. Eine Beeinträchtigung durch Alkohol oder Suchtmittel wurde nicht festgestellt.
„Beim nächsten Mal bleibe ich sicher stehen“
Weil das Zufahren auf einen Menschen mit einem Auto dem Einsatz einer Waffe gleichzusetzen ist, erhöht sich die Mindeststrafe von einem halben auf ein ganzes Jahr. Der Mann nimmt das Urteil – 18 Monate bedingt auf drei Jahre – an und gelobt Besserung: „Beim nächsten Mal bleibe ich sicher stehen.“ Durchläuft er die psychologischen Tests positiv, will er für die Führerscheinprüfung lernen.
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