Nach Parkpickerl und Öffi-Tickets dreht Wien erneut an der Preisschraube: Ab November kostet das Abschleppen knapp 18 Prozent mehr. Auch jeder Tag am Abstellplatz wird noch teurer.
54 Euro mehr für dieselbe böse Überraschung: Wer sein Auto in Wien am Abschleppplatz statt am Parkplatz wiederfindet, zahlt ab 1. November 355 statt 301 Euro. Ein saftiges Plus von 17,9 Prozent. Dazu steigt die Verwahrgebühr in Simmering von elf auf 13 Euro pro Tag – um 18,2 Prozent.
Schon ohne Strafe sind 368 Euro fällig
Abschleppen und ein Tag Verwahrung kosten damit 368 statt 312 Euro. Die Strafe für das Parkvergehen kommt noch dazu. Und je länger das Auto am Abstellplatz bleibt, desto höher fällt die Rechnung aus.
Eine Erhöhung jagt die nächste
Der Aufschlag reiht sich in eine lange Liste ein: Seit Jänner kostet die Parkstunde 3,40 statt 2,60 Euro. Das Parkpickerl stieg von zehn auf 13 Euro monatlich. Die Öffi-Jahreskarte verteuerte sich von 365 auf 467 Euro, digital auf 461 Euro. Ab Jänner 2027 sind bereits 483,10 Euro bei Einmalzahlung angekündigt.
Auch beim Heizen wird nachgelegt: Wien Energie rechnet für eine Musterwohnung mit sechs Prozent höheren Fernwärmekosten. Ab 2027 steigen zudem die Gebühren für Wasser und Kanal um 4,6 Prozent, jene für Müll um 4,5 Prozent.
Bei den Büchereien stieg die Jahresgebühr von 36 auf 45 Euro – um ein Viertel. Das Essen in städtischen Kindergärten kostet seit September 99,49 Euro pro Monat. Für Familien und Pendler läppern sich auch die höheren Beträge zusammen.
Stadt verweist auf gestiegene Kosten
Beim Abschleppen begründet die Stadt den Preissprung mit höheren Frächter-, Personal- und Sachkosten. Die letzte Erhöhung erfolgte im Dezember 2023, kalkuliert wurde damals mit Daten von 2021. Allein die Frächterkosten seien seither um 43 Prozent gestiegen. Die Transporte übernehmen private Firmen. Die neuen Tarife würden die Kosten vollständig decken, Gewinn werde keiner erzielt, betont die Stadt. „Diese Kosten lassen sich einfach vermeiden: Hält man sich an die Verkehrsregeln, wird man nicht abgeschleppt“, sagt 48er-Chef Josef Thon.
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