Vor oder nach dem Kindergarten, bei Krankheit – Leihomas sind für viele Familien unverzichtbar. Mit Ende das Jahres ist damit aber wohl Schluss.
Bereits seit 1973 vermittelt der Katholische Familienverband der Erzdiözese Wien Großmütter an Familien. Wie wichtig das Angebot ist, zeigt alleine der Umstand, dass aufgrund der großen Nachfrage an Leihomas derzeit gar keine neuen Anfragen mehr entgegengenommen werden können. Umso unverständlicher, dass die Stadt Wien die Förderungen mit 2027 nun einstellt. Bislang erhielt der Dienst 20.000 Euro pro Jahr.
Den Mehrwert haben beim Omadienst übrigens nicht nur die Familien, sondern auch die Großmütter selbst. „Diese Form der Kinderbetreuung vermindert die Gefahr der Einsamkeit im Alter, bietet einen generationenübergreifenden Austausch und hält geistig und körperlich fit. Eine Win-win-Situation für alle Beteiligten“, so Andrea Beer, Leiterin des Omadienstes. Aber ohne neue Finanzierung gebe es den Omadienst ab Jänner 2027 de facto nicht mehr, teilt der Verband mit. Die gesamten Kosten könne man nicht alleine tragen.
Die Stadt hat schon einmal erkannt, was sie am Omadienst hat. Wir hoffen, dass ihr das wieder gelingt.
Christopher Erben, Katholischer Familienverband
Förderung schon 2016 gestoppt
Es ist übrigens nicht zum ersten Mal, dass die Stadt die Förderungen für den Omadienst kündigt. Das geschah bereits 2016. Nach breiter Kritik, unter anderem vom Seniorenbund, sagte der damalige Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) wenige Tage später zu, die Förderung fortzuführen. Das wird diesmal aber wohl leider nicht der Fall sein.
Aus dem Büro von Bildungsstadträtin Bettina Emmerling (Neos) heißt es auf „Krone“-Anfrage: „Die Elementarpädagogik in Wien befindet sich derzeit in einem umfassenden Reformprozess. Im Zuge dessen wurde entschieden, die Förderung künftig nicht weiterzuführen.“ Man wolle eine Konzentration der Angebote, die unmittelbar dem pädagogischen Kernauftrag der Kindergärten dienen.
Verband hofft auf andere Ressorts
„Der Omadienst ist kein Kindergartenangebot und wollte nie eines sein“, so Christopher Erben, stv. Vorsitzender des Katholischen Familienverbandes. „Er hilft Familien dort, wo Kindergarten und Schule aufhören: am frühen Morgen, am späten Nachmittag, wenn ein Kind krank ist. Dass er nicht zum Kernauftrag des Kindergartens passt, spricht nicht gegen ihn. Es zeigt nur, dass ihn jemand anderer in der Stadt fördern sollte.“ Welches Ressort, sei egal.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
Hinweis in eigener Sache: Das krone.at-Forum präsentiert sich ab sofort in neuem Design! Wir freuen uns über konstruktives Feedback. Damit die Diskussionen in den Kommentarbereichen beim jeweiligen Thema bleiben, können Sie uns Rückmeldungen hier hinterlassen.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.