Seit ich mich öffentlich zu Schulthemen äußere, mache ich recht unterschiedliche Erfahrungen. Unlängst passierte etwas Bizarres.
Eine Freundin und ich warteten auf die U-Bahn. Auf einmal stand diese Frau da: „Sie sind doch die Lehrerin, die Bücher schreibt.“ Dabei lächelte sie, und ich bejahte. Rasch war’s mit ihrem Lächeln vorbei: „Eine Hitlerin sind Sie! Und so was unterrichtet ausländische Kinder.“
„Vergiss die Irre!“
Bevor ich entsprechend erwidern konnte, zog meine Freundin mich weg. Die U-Bahn kam, die Frau stieg schimpfend ein. Wir warteten auf den nächsten Zug. „Vergiss die Irre!“, versuchte meine Freundin mich zu erheitern.
Völlig kalt lässt mich der Vergleich mit dem Führer der Nationalsozialisten auch in den Herbstferien noch nicht. Die Gedankenwelt der Frau ist wahrscheinlich simpel. Wer Probleme an Brennpunktschulen anspricht, ist Rassist. Leider ist sie mit dieser Einstellung nicht allein.
Wie viel wissen solche Menschen über die Arbeit mit arabischen Kindern? Haben sie eine Ahnung, wie oft wir Konflikte lösen? Oder es zumindest versuchen. Wer Lehrer, die davon berichten, im Extremfall sogar mit Nationalsozialisten vergleicht, ist nicht nur geschichts-, sondern auch gegenwartsvergessen.
Gerne hätte ich meine Kritikerin eingeladen, sich mit einigen syrischen Schülern über Adolf Hitler zu unterhalten. Sie wäre wahrscheinlich überrascht. Gerade den Nationalsozialismus finden diese Jugendlichen nämlich gar nicht so schlimm.
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