Der Tod von Hollywoodstar Patrick Stewart (86) rückt eine bislang kaum beachtete Krankheit ins öffentliche Bewusstsein: die Lewy-Körper-Demenz. Dabei waren auch andere berühmte Persönlichkeiten davon betroffen, darunter Robin Williams, „Golden Girls“-Star Estelle Getty und CNN-Gründer Ted Turner. Ihre Schicksale zeigen, wie unterschiedlich die Krankheit verlaufen kann.
Patrick Stewart, der als Captain Jean-Luc Picard in „Star Trek“ und Professor Charles Xavier in den „X-Men“-Filmen weltberühmt wurde, starb am 28. Oktober im Alter von 86 Jahren in Los Angeles. Erst nach seinem Tod wurde bekannt, dass der britische Schauspieler sowohl an Alzheimer als auch an Lewy-Körper-Demenz gelitten hatte.
Robin Williams hatte „Terrorist im Gehirn“
Unvergessen ist auch Schauspieler Robin Williams, dessen letzte Lebensmonate von schweren gesundheitlichen Problemen geprägt waren. Mit Filmen wie „Mrs. Doubtfire“, „Jumanji“, „Good Morning, Vietnam“, „Good Will Hunting“ und „Der Club der toten Dichter“ hatte der Oscar-Preisträger Generationen von Kinobesuchern begeistert.
Doch am 11. August 2014 nahm sich der Komiker im Alter von 63 Jahren das Leben. Eine Untersuchung nach seinem Tod brachte das Ausmaß seiner Erkrankung ans Licht: Der Schauspieler war nicht nur mit Parkinson diagnostiziert worden, er hatte seit Jahren schwere Depressionen und litt zuletzt an einer schweren Form der Lewy-Körper-Demenz.
Schlafstörungen, Ängste
Seine Witwe Susan Schneider Williams machte später öffentlich, wie sehr die zunächst unerkannte Krankheit ihren Mann verändert hatte. Sie sprach vom „Terrorist im Gehirn meines Mannes“. Williams habe an Schlafstörungen, Ängsten und Konzentrationsproblemen gelitten. Zudem sei er stetig unsicherer geworden, habe selbst nach alltäglichen Begegnungen hinterfragt, ob er sich richtig verhalten habe.
Die Lewy-Körper-Demenz zählt nach Alzheimer zu den häufigsten degenerativen Demenzerkrankungen. Sie kann nicht nur das Gedächtnis beeinträchtigen, sondern auch Bewegungsstörungen, Halluzinationen und starke Schwankungen der geistigen Leistungsfähigkeit verursachen. Eine Heilung gibt es bislang nicht.
Estelle Getty: „Golden Girls“-Star verlor Gedächtnis
Für Serienfans gilt Estelle Getty auch heute noch als ewige Ikone. Als Mutter Sophia in der Kultserie „Golden Girls“ wurde die New Yorkerin erst mit über 60 Jahren ein Star, spielte unter anderem auch in „Stop! Oder meine Mami schießt!“ mit Actionstar Sylvester Stallone.
Vor der Kamera für ihre Schlagfertigkeit und ihren Witz berühmt, verschlechterte sich ihr Gesundheitszustand jedoch zunehmend. Sie hatte Schwierigkeiten, sich Texte zu merken, und zog sich schließlich aus Hollywood zurück.
„Sie kämpfte bis zum Schluss“
Ihr Sohn bestätigte, dass sie an der Lewy-Körper-Demenz gelitten hatte. Er berichtete, seine Mutter habe Rund-um-die-Uhr-Betreuung benötigt, aber einen starken Lebenswillen gezeigt. In einem Interview sagte er: „Sie kämpfte bis zum Schluss.“ Getty starb am 22. Juli 2008 in Los Angeles, nur drei Tage vor ihrem 85. Geburtstag.
Ted Turner: „Ich kann mich nicht erinnern“
Mit der Gründung des US-Senders CNN im Jahr 1980 etablierte der Medienunternehmer Ted Turner das Fernsehen mit Nachrichten rund um die Uhr. Er weitete sein Medienimperium aus und sorgte auch durch seine Ehe mit Hollywoodstar Jane Fonda für Schlagzeilen.
Doch eines konnte sich auch der Milliardär nicht kaufen: Gesundheit. Im Jahr 2018 machte Turner seine Diagnose öffentlich, berichtete von Erschöpfung und zunehmender Vergesslichkeit. Teilweise, so sagte er, erinnere er sich nicht einmal an den Namen seiner Erkrankung. Zuvor waren bei Turner starke Stimmungsschwankungen als manisch-depressive Erkrankung eingeordnet worden – eine Fehldiagnose, wie er bekannt gab. Er starb am 6. Mai 2026 im Alter von 87 Jahren im US-Bundesstaat Florida. Turner hatte jahrelang mit Lewy-Körper-Demenz gelebt.
Warum die Krankheit oft unerkannt bleibt
Die Lewy-Körper-Demenz ist besonders schwer zu erkennen, weil ihre Symptome anderen Erkrankungen ähneln können. Betroffene können unter Schlafstörungen, Halluzinationen, Konzentrationsproblemen und starken Schwankungen ihrer Aufmerksamkeit leiden. Die Krankheit schreitet fort und ist bislang nicht heilbar. Medikamente können jedoch einzelne Beschwerden lindern.
Während bei Alzheimer häufig Gedächtnisprobleme im Vordergrund stehen, treten bei der Lewy-Körper-Demenz oft auch Bewegungsstörungen wie bei Parkinson auf.
Alzheimer in Hollywood und Politik
In Hollywood gehörten zu den Betroffenen von Alzheimer etwa Rita Hayworth („Gilda“), Gene Wilder („Charlie und die Schokoladenfabrik“), „Columbo“ Peter Falk, Charlton Heston („Ben Hur“), Danny Glover („Lethal Weapon“) und Patrick Stewart. Auch Charles Bronson („Gesprengte Ketten“), US-Ex-Präsident Ronald Reagan und „die eiserne Lady“ Margaret Thatcher lebten mit der Krankheit.
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