Gleich acht Ostligisten nahmen am Workshop für die zweite Liga teil. Doch ein Aufstieg in den Profi-Sport hat seine Tücken, bringt durch Anpassungen der Infrastruktur und des Kaders große finanzielle Belastung für die Klubs. Die „Krone“ machte den großen Aufsteiger-Check.
Eine erhebliche Veränderung im Etat ist von Nöten. Jeder Aufsteiger muss sprichwörtlich ins „Gspoate“ greifen. In der Regel braucht man in „Liga zwa“ ein Budget (bzw. einen Jahresumsatz) von rund eineinhalb bis drei Millionen Euro. Dies würde einen vollen Profi-Kader, eine funktionierende Infrastruktur und bezahlte Trainerteams ermöglichen. Bei vielen Klubs, die vielleicht sportlich ambitioniert wären, scheitert es entweder an der Erfüllung der Kriterien für eine Bundesliga-Zulassung – oder die künftige finanzielle Belastung ist zu risikobehaftet. Dennoch nahmen acht Ostligisten am Workshop für die 2. Liga teil. Die „Krone“ machte den Check der Interessenten.
Burgenland: Oberwart kennt das Lizenz-Prozedere, suchte in den vergangenen beiden Spielzeiten um selbige an. 2024/25 erhielt man die Zulassung nach Adaptierungen der Spielstätte, scheiterte aber sportlich. Ein Jahr später war’s generell nix. Und heuer? Man mischt wieder oben mit, denkt aber nicht an einen möglichen Aufstieg. „Wir wollen ein richtig gutes Ostliga-Team sein“, stellt der Sportliche Leiter Peter Lehner klar. Neben Oberwart lauschten auch Parndorf und Mattersburg den News im Workshop. Für beide gilt Ähnliches: „Liga zwa“ ist kein Thema, das Tagesgeschäft heißt Drittklassigkeit – und stetige Entwicklung!
Niederösterreich: Die gab es zuletzt auch bei Ostliga-Leader Marchfeld. Im letzten Sommer den Kader enorm verstärkt, steht jetzt die große Baustelle im infrastrukturellen Bereich an. Dafür bedarf es eines Umzuges in die „Zweitheimat“ Groß-Enzersdorf. „Wir wissen, woran es noch hapert, und tun alles, um den Auflagen gerecht zu werden.“ Andere Ambitionen hat indes das Trio Krems, Traiskirchen und Horn. Bei den Wachauern um Trainer Stefan Maierhofer ist die Teilnahme eher ein Zeichen an die Spieler und Fans, dass man sich nicht für immer der Drittklassigkeit verschreiben möchte – und in Zukunft gerne eine Stufe höher kicken würde.
Anders bei Traiskirchen – da scheitert’s an der fehlenden Risikobereitschaft. „Die zweite Liga kostet einen Haufen Geld. Den aufzutreiben, wäre sicher möglich – aber ohne Garantie, dass es uns nicht nach einer Saison wieder z’reißt!“ Bei Horn hat man indes ganz andere Probleme. Nach dem Abstieg 2025 und dem gescheiterten Wiederaufstieg steckt man mitten im Abstiegskampf, wird deshalb nicht um die Lizenz anfragen.
Wien: In den letzten Jahren stets bei sämtlichen Zweitliga-Workshops dabei, könnte das neue Stadion zum letzten fehlenden Puzzlestück des Wiener Sportclubs für die Rückkehr in den Profi-Fußball geworden sein. Die Infrastruktur passt, mit einem Zuschauerschnitt von rund 3500 Fans ist man auch mehr als reif für den Aufstieg. Fehlt nur noch die sportliche Komponente, wo man um die „Winterkrone“ rittert. Alle Spiele gibt’s live auf fan.at zu verfolgen. „Wenn alles passt, wollen wir natürlich rauf“, stellt Vize-Präsident David Krapf Günther klar. „Wir hätten sicherlich viel Freude mit der zweiten Liga und umgekehrt – da bin ich mir sicher!“
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