Der Böller-Wahnsinn bereitet Wienern schon seit Tagen schlaflose Nächte. Zu Halloween dürfte der Radau zunehmen. Aufrufe zu Protesten wie in Frankreich lösen Besorgnis aus. Die Polizei ist für Ernstfall gerüstet.
Süßes, Saures und Krawall. So ungefähr stellte sich der 31. Oktober für Sicherheitskräfte in den vergangenen Jahren dar. Feiern die meisten friedlich das Gruselfest, nutzen es andere für Radau. Schon ab Anfang Oktober merkt die Polizei ein verstärktes Aufkommen von Vorfällen mit Pyrotechnik.
Die Leidtragenden sind Anrainer und ihre Haustiere. Wie berichtet, ist die Großfeldsiedlung sowie die Mitterhofergasse in Floridsdorf seit Tagen Brennpunkt für die Knallerei. Auslöser seien Jugendliche.
Seit September kam es in jenem Grätzel zu Dutzenden Vorfällen mit Böllern, aber auch Vandalismus. So seien Unbekannte erst kürzlich in eine abgeschlossene Tiefgarage in einem Wohnbau in der Mitterhofergasse eingebrochen, erzählt ein „Krone“-Leser.
Keine ruhige Nacht erwartet sich die Polizei daher zu Halloween. Auch, weil in den sozialen Medien kryptische Protestaufrufe unter dem Motto „GenZ regelt“ herumgeistern. In mehreren österreichischen Städten und anderen europäischen Ländern will die Bewegung am früheren Nachmittag auf die Straßen gehen. Beunruhigend ist, dass in den Aufrufen „wir müssen es so machen wie Frankreich“ zu lesen ist. Die Faktenlage ist allerdings dünn und wenig konkret.
Protestaufrufe bekannt
Offiziell sind für den 31. Oktober keine Versammlungen in Bezug auf Halloween gemeldet, heißt es von einem Polizeisprecher auf Nachfrage. Ankündigungen im Internet seien bekannt. „Sie werden berücksichtigt und beobachtet“, erklärt er. Konkrete Hinweise fehlen aber. Mit „mehreren hundert Beamten“ stehe die Polizei zu Halloween im Einsatz. „Beamte werden uniformiert und in zivil unterwegs sein“, so der Sprecher weiter.
Ein Augenmerk wird auf Pyrotechnik gelegt. Erst am Mittwoch gab es einen Schwerpunkt am Bahnhof Floridsdorf. Drei Jugendliche wurden angezeigt. 307 Stück pyrotechnische Gegenstände wurden sichergestellt.
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