Chaotische Szenen in Floridsdorf, Angst in der Leopoldstadt. Kurz vor dem beliebten Gruselfest Halloween machen Täter mit illegalen Knallern Anrainern in Wien das Leben schwer.
Kaum ist es dunkel, knallt es in den Straßen der Großfeldsiedlung in Floridsdorf. So beschreibt es die Anwohnerin Michaela F. gegenüber der „Krone“. „Ab 18 Uhr kann das Spektakel direkt live beobachtet werden“, sagt sie.
Vor allem ein Skaterpark gegenüber der U1-Station Großfeldsiedlung sei beinahe täglich Schauplatz der illegalen Knallerei. Vor wenigen Tagen brannte nahe dem Park auch ein Holzpavillon (siehe Bild oben). Anrainer beobachteten mehrere Jugendliche, die zuvor gezündelt haben sollen.
Knallerei ab Oktober
„Das Zusammenleben hier funktioniert normalerweise harmonisch. Ab Anfang Oktober verändert sich die Situation massiv“, so F. Die Täter agieren dabei ohne Skrupel: „Die Feuerwerkskörper werden auf Anrainer, Spaziergänger und Hunde geworfen“, schildert sie. Mehrmals pro Woche verständigen die Anrainer die Polizei.
Wenn Böller gezündet und Menschen verängstigt oder gefährdet werden, hört für mich jeder Spaß auf.

Georg Papai (SPÖ)
Bezirksvorsteher Floridsdorf
Bild: Martin A. Jöchl
So auch ein Anrainer der Mitterhofergasse, ebenfalls im 21. Bezirk. In seinem Wohnbau seien kürzlich zudem die Motorräder beschädigt worden. Zwischenfälle mit Knallkörpern seien alltäglich. Schon seit Jahren klagen Floridsdorfer über das Böller-Chaos in ihren Grätzeln. Auch die „Krone“ berichtete mehrfach darüber – inklusive Horror-Unfällen. Heuer sei die Situation besonders schlimm.
Mehr Polizei
Das bestätigt auch der Bezirksvorsteher Georg Papai (SPÖ). Er hatte in Zusammenarbeit mit dem Stadtpolizeikommandanten Michael Holzgruber erwirkt, dass Streifen die Großfeldsiedlung und umliegende Straßen vermehrt kontrollieren. Holzgruber erklärt, dass eine „erhöhte Beschwerdelage im Zusammenhang mit Lärmbelästigung“ verzeichnet wurde.
Doch nicht nur in Floridsdorf sorgen Feuerwerkskörper für schlaflose Nächte. Ein „Krone“-Leser aus der Seestadt erzählt von ähnlichen Szenen: Mitte Oktober habe ein Knall den Nachthimmel erfüllt. Vor allem sein Hund sei dabei in Panik geraten.
Vergangene Woche wurde außerdem ein Zigarettenautomat in der Donaustadt mittels eines pyrotechnischen Gegenstands gesprengt – wir berichteten.
Hotspot in der Leopoldstadt
Schauplatzwechsel in das Nordbahnviertel in der Leopoldstadt. Auch dort wird in einer Nachbarschaftsgruppe in den sozialen Medien beinahe täglich über Detonationen berichtet.
„Hat heute irgendjemand diese gewaltige Explosion vernommen? Klang laut und beängstigend“, schreibt ein Anrainer am Wochenende. Eine Dame antwortet: „Ja, es war so ein Donner, dass die Erde richtig gebebt hat.“
Die Polizei verzeichnet im Übrigen seit Jahren, dass sich Vorfälle mit Böllern rund um das Gruselfest Halloween häufen. „Wohl, weil das Fest in Österreich an Bedeutung gewinnt“, schätzt ein Polizeisprecher. Anrainer sollen sich jedenfalls bei Lärmbelästigung stets an die Polizei wenden. In regelmäßigen Abständen werde die Exekutive im Winter Schwerpunktaktionen durchführen.
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