Bei der zahnärztlichen Versorgung in Salzburg wurden zuletzt Lücken gefüllt. Es gibt aber noch zahlreiche Baustellen. Patienten klagen vermehrt über unzureichende Notversorgung an Wochenenden und in der Nacht.
Die Stellenbilanz sieht auf den ersten Blick gut aus. Laut Kasse sind in Salzburg von 183 Planstellen derzeit 28 frei. Die Zahnärztekammer kommt auf 21 offene Stellen. Da waren die Lücken schon einmal wesentlich größer. Wer im Pinzgau einen Zahnarzt sucht, muss aber immer noch Geduld beweisen. Den Bezirk betrifft jede dritte ausgeschriebene Kassenstelle. „Suche Zahnarzt, aber bitte nicht privat“, wird der Unmut über hohe Kosten größer.
Weite Wege zum Notdienstzentrum
Noch lauter klagen Patienten, die am Abend oder in der Nacht akute Zahnschmerzen bekommen. Das Notdienstzentrum in der Salzburger Glockengasse versorgt neben angrenzenden Bezirken den Pongau und Lungau mit. Nur im Pinzgau gibt es eigene Bereitschaftsdienste. Wer dringend Hilfe braucht, muss sich zwischen 14 und 17 Uhr in der Glockengasse anmelden. Und das geht ausschließlich persönlich. Kammerpräsident Martin Hönlinger dazu: „Über Missstände dieses Systems ist uns nichts bekannt.“
Die Gesundheitskasse (ÖGK) betreibt in Salzburg 19 Behandlungsplätze und weitere Zentren in den Bezirken. Künftig sollen dort auch Kronen angeboten werden. Notfälle werden zu Tagesrandzeiten nicht behandelt. Gesetzlich habe die Zahnärztekammer den Auftrag dafür, heißt es.
Bleibt die Kostendebatte: Immer mehr Patienten fragen sich, ob sie für ihre E-Card überhaupt eine ordentliche Leistung bekommen. Die ÖGK zahle eine „ausreichende und zweckmäßige“ Versorgung, wie Obmann Andreas Huss betont. Und nachdem Amalgam-Füllungen EU-weit verboten sind, diskutieren Kasse und Zahnärzte immer noch über den besten Ersatz.
Zahnschmerzen sind gnadenlos. Jeder, der das schon einmal erlebt hat, kennt den Grad der Verzweiflung. Dann ist es weit jenseits der Schmerzgrenze, wenn am Land in der Umgebung kein Notdienst zu finden ist und lange Anfahrten zur zusätzlichen Qual werden. Der Blick über die Bundesländergrenzen zeigt: Es geht auch anders, mit mehr Ärzten, regionaler, mit längeren Öffnungszeiten.
Und die Wahlarzt-Kritik macht auch vor den Zähnen nicht halt: Ein Vielfaches des zu 80 Prozent erstattbaren Kassentarifes wird verlangt. Kassen-Obmann Huss schlug vor, die Sätze zu deckeln und erntete von vielen ein mildes Lächeln.
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