Stadträtin Bettina Emmerling (Neos) stand im Gemeinderat Rede und Antwort zur Auszeit-WG. Der erste „Teilnehmer“ ist nun sogar freiwillig in Betreuung. Die Kosten pro Jugendlichen belaufen sich auf 60.000 Euro.
Das erste Kind ist aus der Auszeit-WG in Simmering wieder ausgezogen. Es nehme nun freiwillige Hilfsangebote an, berichtete die zuständige Stadträtin Bettina Emmerling (Neos) am Mittwoch im Gemeinderat. Das Kind sei von Anfang an kooperativ gewesen und habe die Betreuung angenommen. Ob sie weitere Straftaten verhindert, lässt sich aus diesem ersten Fall bisher nicht ableiten. „Das heißt aber nicht, dass wir das bei jedem Kind schaffen werden“, schränkte Emmerling ein.
Nicht klar, ob Straftaten verhindert werden
Die kürzlich eröffnete Einrichtung ist für strafunmündige Kinder unter 14 Jahren gedacht, die sich freiwilliger Hilfe verweigern. Sie können dort angehalten und betreut werden. Sechs bis zwölf Wochen könne mit ihnen gearbeitet werden, sagte Emmerling. Länger sei das nach der derzeitigen Rechtsgrundlage nicht erlaubt.
„Das macht es kompliziert“
Nach Angaben der Stadträtin ist es die erste Einrichtung dieser Art in Österreich. Wien stützt die Freiheitsbeschränkung auf das Heimaufenthaltsgesetz. Doch Emmerling selbst hält es dafür „absolut nicht“ für die passende Grundlage. Das Gesetz sei eigentlich für die Pflege gedacht und verlange unter anderem psychiatrische Testungen. Nach Beratungen mit dem Justizministerium habe sich Wien dennoch für seine Anwendung entschieden, weil eine bundesweite Regelung fehle. Emmerling drängt deshalb auf ein Bundesgesetz.
Die Betreuung kostet laut der Stadträtin rund 60.000 Euro pro Kind. Das sei vertretbar, wenn dadurch Kriminalität verhindert werde.
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