Wegen Hofläden

„Handel hat immer Auge auf Bauern als Konkurrenz“

Oberösterreich
27.10.2026 18:29

„Es ist alles sehr kompliziert“ - dieser legendäre Satz des einstigen Bundeskanzlers Fred Sinowatz lässt sich auch über die Regelungen für die bäuerlichen Hofläden sagen.  Wenn die Landwirte zusätzlich fremde Ware führen, gelten für sie dieselben Öffnungszeiten wie für den Handel. Und dieser passt genau auf, dass es auch so bleibt.

Nicht nur Kleinvieh macht Mist, beziehungsweise Geld, sondern auch Gemüse, Getreide und weitere bäuerliche Produkte – und immer mehr Landwirte können sich für die Form des Direktverkaufs erwärmen. Alleine in OÖ gibt es mehr als 200 Hofläden. Doch der Verkauf ist streng geregelt, wer auch fremde Produkte anbietet, darf nur 72 Stunden geöffnet haben. Das traf auch Landwirt Michael Kirchgatterer (40) aus Ohlsdorf, der stinksauer ist, weil er seinen Selbstbedienungsladen genau deshalb sonntags zusperren muss – wir berichteten.

Zitat Icon

Ich habe bei meinem eigenen Hofladen in Pennewang auch schon Kontrollen durch die Behörde gehabt. Da wird schon sehr genau hingesehen, was wir Bauern machen. 

Franz Waldenberger, Kammer-präsident

Doch was sagt eigentlich die Landwirtschaftskammer dazu? 
Wir fragten Präsident Franz Waldenberger, der übrigens selbst auf seinem Hof in Pennewang einen SB-Laden mit hofeigenen Produkten führt, der 24/7 offen halten darf. „Wir wissen, dass Handel und Gewerbe schon sehr genau ein Auge drauf haben, was die Öffnungszeiten der bäuerlichen Läden angeht. Im Hintergrund geht es dabei natürlich auch um die Öffnung am Sonntag, die der Handel gerne haben möchte“, sagt Waldenberger.



Uni-Markt scheiterte am Verfassungsgerichtshof
Die verblichene Unimarkt-Kette hatte mit den Uni-Boxen versucht, das Prinzip der Hofläden abzukupfern, war aber damit gescheitert. Der Verfassungsgerichtshof hatte entschieden, dass solche Selbstbedienungsboxen nicht als Warenautomaten im Sinne des Öffnungszeitengesetzes gelten. Dennoch sind solche Konzepte weiter in der Handelsbranche Thema.

Inzwischen versucht die Landwirtschaftskammer in Abstimmung mit der Wirtschaftskammer zu vermeiden, dass solche Fälle eskalieren. Letztlich handle es sich aber um Gesetze – und diese seien einzuhalten.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Hinweis in eigener Sache: Das krone.at-Forum präsentiert sich ab sofort in neuem Design! Wir freuen uns über konstruktives Feedback. Damit die Diskussionen in den Kommentarbereichen beim jeweiligen Thema bleiben, können Sie uns Rückmeldungen hier hinterlassen.

krone.tv

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung