neuebuehnevillach (nbv) und Theater Waltzwerk haben gemeinsame Sache gemacht und ihre Beschäftigung mit Philosophie, Sprache, Gesundheit zu einem neuen Stück verwoben. Premiere von „(Alles) was der Fall ist“ am 30. Oktober, 20 Uhr.
Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen, schreibt der österreichische Philosoph Ludwig Wittgenstein (1889 – 1951). Auf die Frage, ob die menschliche Sprache alles sagen könne, gibt er zwei entgegengesetzte Antworten: Die erste, verdichtet im „Tractatus logico-philosophicus“ (1921), behauptet, dass sie es nicht könne, „da die gewöhnliche Sprache unvollkommen ist und die volle Komplexität der Wirklichkeit nicht erfassen kann.“
Die zweite, Wittgensteins (1953 posthum veröffentlichten) „Philosophischen Untersuchungen“ entnommen, geht davon aus, dass wir, „indem wir die Sprache in ihren relativen und bewegenden Aspekten analysieren, ihr volles Potenzial erkennen können.“
„Ein Stück über die (eigene) psychische Gesundheit“
Soviel zum philosophischen Hintergrund, den Martin Dueller (nbv) und Markus Achatz (Waltzwerk) gemeinsam und „frei nach Ludwig Wittgenstein und vielen anderen“ für die kommende nbv-Uraufführung auf die Bühne heben. „Ein Stück über die (eigene) psychische Gesundheit, komisch wie dramatisch, mit den Mitteln des Theaters und sehr viel Livemusik“, hat die Kooperation unter dem doppelsinnigen Titel „(Alles) was der Fall ist“ ans Licht gebracht.
Dafür gibt sich Achatz „offen wie nie“ im Versuch „mit Martin Dueller und Musiker Hans Wagner eine Sprache für etwas zu finden, was einen verstummen oder im Extremfall sogar verschwinden lässt,“ sagt er mit Verweis auf die Depression in jungen Jahren, von der er aus der Bahn geworfen wurde, um gut 20 Jahre später „das Erlebte in einem persönlichen Stück zu verarbeiten.“
Wahre Geschichte von Tiefpunkten und deren Überwindung
Für Dueller (nbv-Dramaturg, Theatermacher, Autor und Regisseur) ist „zentrales Thema des Abends das ,zur Sprache bringen’, etwas anzusprechen, auszusprechen und angesprochen zu werden. Inhalt ist Bedeutung plus Zeichen. Damit steht Markus auf der Bühne und erzählt völlig roh eine wahre Geschichte von Tiefpunkten und deren Überwindung.“ Premiere in der neuebuehnevillach ist am 30. Oktober (20 Uhr).
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